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Chanukka-LeuchterChanukka-Leuchter Frankfurt a.M. 1680 - Jüdisches Museum Frankfurt

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AG Deutsch-Jüdische Geschichte

im

Verband der Geschichtslehrer Deutschlands

Thema: Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart

Im Aufbau....

Ausgangspunkt: Neue Antisemistimus-Studie im Auftrag des Bundestages:

Startseite mit Informationen zum Hintergrund des Beschlusses von 2009 und zum Ergebnis der Studie. Download der Studie; außerdem Links zu: “Mitten unter uns”, in: Das Parlament Nr.49-50/2011 und aktuelle Meldung Heute im Bundestag vom 29.11.2011.
Berichte auf sueddeutsche.de, tagesspiegel, Spiegel Online, Deutschlandfunk mit Möglichkeit zum Nachhören der Sendung Kultur heute vom 23.1.mit einem Interview mit Peter Longerich, dem Koordinator der Studie; vgl. auch den tagesschau-Bericht; interessant auch die Meldung in der Islamischen Zeitung; auf heute.de gibt es einen Bericht mit einer Linksammlung zu verwandten Themen, darunter zum 70. Jahrestag der Wannseekonferenz.
Als “normal feindlich” charakterisiert Julius H. Schoeps die Deutschen aufgrund der Studie in der Jüdischen Allgemeinen

Wie sich der Antisemitismus im Alltag konkret äußert, wurde in einer Sendung des Deutschlandfunks im Zusammenhang mit der Antisemitismusstudie thematisiert, das Manuskript ist online. “Es gibt nicht nur ‘latenten’ Antisemitismus” betont auch nordbayern .de nach einem  Gespräch mit Ester Klaus, Vorsitzende der Erlanger Jüdischen Kultusgemeinde.
“Wenn die Erinnerung verblasst” - Interview mit Max Mannheimer anlässlich der Antisemitismusstudie auf sueddeutsche.de

Interview mit Julius C. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums, in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

Welchen politischen Einfluss antisemitische Hetze heute leider auch haben kann, zeigt der Rücktritt von Marina Weisband als Politische Geschäftsführerin der Priratenpartei - Info am 29.1. auf T-Online, Focus, Spiegel, sueddeutsche.de - ihr Exklusvi-Interview in Bild am Sonntag auf Bild.de (In der Zwischenzeit sieht es so aus, dass sie von ihrem Rücktritt zurückgetreten ist).

Latenten Antisemitismus gibt es auch in heimischen Medien (nicht nur?) in Österreich, dies geht aus einer Studie des Wiener Instituts für Konfliktforschung hervor, wie die Salzburger Nachrichten berichten: “Während der Berichterstattung über die “Occupy”-Bewegung gelangten antisemitsiche Stereotype wie die des “gierigen Juden” oder der “jüdischen Weltverschwörung” wieder an die Oberfläche.” Dazu auch die Wiener Zeitung, pr-inside.

10.2.2012

 

Die Grass-Debatte:

Last update 16.4.2012

Im Nachgang zum Grass-Gedicht sieht Christiane Hoffmann in der FAZ einen “Fluch der Geschichte” nicht darin, dass schon vor zehn Jahren, also weit vor dem aktuellen Konflikt in Nahost, von 60% der Deutschen Israel als “Bedrohung des Weltfriedens” sahen - die damalige Frage war schon unglaublich für die “Objektivität” von Meinungsforschern: “Welches Land halten Sie für eine Bedrohung des Weltfriedens ?” (Etwas weniger Wertungen gab es bei der Umfrage bein den USA, Nordkorea und Iran). Den “Fluch der Geschichte” sieht die FAZ im “Defizit an Demokratie”, das in der Tabuisierung der Diskussion über Israel bestehe - und auch anderen “Tabus”: Europa, Afghanistan... Ein wunderbares Beispiel für die Unterstützung der Grass’schen Strategie, Tabus einfach zu erfinden, um sich dann als “Demokrat” gegenüber diesem angeblichen “Demokratie-Defizit” in Pose setzen zu können.

Last update 9.4.2012

“Man kann es gar nicht oft genug sagen: Geschichte wiederholt sich”, beginnen die Gedanken von Moritz Neumann, dem  Vorsitzenden des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen, zum diesjährigen Pessachfest.  Die Ansprache enthält auch eine indirekte, aber in der Sache (Aktualität im Nahen Osten) klare und nachdenkenswerte Antwort auf Günter Grass, obwohl der Text vermutlich schon vorher verfasst worden war. HR2: Jüdische Welt vom 6.4.2012: Podcast , Text.

Pünktlich zu Pessach 5772 oder zum Ostermarsch 2012 ?
Günter Grass und sein “Gedicht” als neues Beispiel, wie Israel ohne Kenntnis der Sachlage verurteilt wird und wie die Auseinandersetzung mit Israel kompensatorisch vor dem Hintergrund eines Problems mit der eigenen Vergangenheit erfolgt.
Alle Ingredienzien des “sekundären Antisemitismus” sind vorhanden: 1. das angebliche Tabu die israelische Politik zu kritisieren, 2. die Antizipation des Vorwurfs, man sei Antisemit, wenn man dies tue, 3. die Umkehrung der Realität, hier freilich zu einem neuen Höhepunkt gesteigert:  Israel könne und wolle den Iran “auslöschen” und bedrohe den Weltfrieden.
Darf man israelische Politik kritisieren? Ja, aber warum erfolgt dies von denen, die behaupten, das dürfe man nicht, dann immer auf diese Weise?
Ob der sich prompt einstellende Antisemitismusvorwurf die richtige Reaktion darauf ist, darf allerdings auch diskutiert werden, eine Pauschalisierung des Begriffes führt letztlich auch zu seiner Banalisierung und verhindert (oder behindert zumindest) die Auseinandersetzung mit den Inhalten und dem Hintergrund solcher Thesen.

Das Gedicht vom 4.4. auf Süddeutsche.de ; Reaktionen und Kommentare im Spiegel der Berichterstattung der SZ: 4.4., 5.5., noch
einmal vom 5.5., 6.5. und noch einmal vom 6.5. sowie eine Übersicht über Grass’ spektakuläre Interviews und Aussagen gibt die SZ hier.
Eine Presseschau vom 5.4. auf stern.de; eine Zusammenstellung politischer Reaktion auf T-Online; Reaktionen aus israel auf Zeit Online vom 4.4. und eine internationale Presseschau auf Spiegel Online; sowie die beiden tonangebenden Artikel von Henryk M. Broder auf Welt Online hier (“ewiger Antisemit”) und hier. Weitere lesenswerte Kommentare: Christian Böhme in The European auf T-Online und Josef Joffe auf Zeit Online.

Online-Abstimmung über Grass auf T-Online - wie repräsentativ das auch sein mag: hier.

Empfehlenswert finden wir die Kommentare zu Grass in der taz: von Klaus Hillenbrand und Micha Brumlik am 5./6.4. und Stefan Reinecke am 7./.8.9.4.2012.  Ebenfalls verweisen wir auf die Interpretation des Gedichts in der FAZ von Frank Schirrmacher am 4.4. sowie auf die Analyse von Raphael Gross: “Antisemitismus ohne Antisemiten” in der Frankfurter Rundschau vom 7.4.2012

6./9.4.2012

 

Literaturhinweise:

Wolfgang Benz: Was ist Antisemitismus? München (C.H. Beck), 2004.
Werner Bergmann / Mona Körte (Hg.): Antisemitismusforschung in den Wissenschaften, Berlin (Metropol), 2004.
Klaus Ahlheim (Hg.): Die Gewalt des Vorurteils. Eine Textsammlung, Schwalbach/Ts. (Wochenschau), 2007.
Eine Sammlung analytischer Texte von Adorno bis Goldhagen.
Lars Rensmann / Julius H. Schoeps Hg.): Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa, Berlin (VBB), 2008.
Monika Schwarz-Friesel, Evyatar Friesel, Jehuda Reinharz (Hg), Aktueller Antisemitismus – ein Phänomen der Mitte, Berlin / New York (de Gruyter), 2010

 

Wird erweitert...


 

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