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Chanukka-LeuchterChanukka-Leuchter Frankfurt a.M. 1680 - JŘdisches Museum Frankfurt

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AG Deutsch-J├╝dische Geschichte

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Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer


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hlands (VGD)

Last update 19./23.6.2022

Documenta-Antisemitismus?!

Warum die Analysen in den Medien bislang auf halbem Wege stehen bleiben

1. Eine Betrachtung von au├čen (19.6.22)

Den Organisatoren der diesj├Ąhrigen Documenta, dem indonesischen Autorenkollektiv Ruangrupa, wird vorgeworfen, pal├Ąstinensischen K├╝nstlern die Gelegenheit zur einer Israelkritik gegeben zu haben, die von Kritikern als israelbezogen antisemitisch eingestuft wird. Ich habe das oder die betreffenden Kunstwerke nicht gesehen., Ob ein Kunstwerk antisemitisch ist oder nicht, wann Antiisraelismus in Antisemitismus umkippt, ist auch oft schwer festzumachen, da gilt meistens die Frage nach dem Existenzrecht Israels als Kriterium, doch wie die durch ein Kunstwerk verneint werden kann, f├╝hrt uns wieder zur Interpretationsfrage,

So ziehe ich hier nur Schlussfolgerungen aus einem aufschlussreichen Bericht ├╝ber das Problem in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 19.6.2022. ÔÇ×Es h├Ątte geholfen, wenn die Kuratoren sich zum Existenzrecht Israels bekannt h├Ątten. Dieses Bekenntnis kam nicht”, schreibt die FAS. Das w├Ąre auch ein Novum gewesen, glaube ich, wenn die Kuratoren sich von der Arbeit eines Ausstellers distanziert h├Ątten. Das Entscheidende kommt aber jetzt: ÔÇ×Wenn sie es abgegeben h├Ątten, hie├č es aus Documenta-Kreisen, seien sie zuhause in Indonesien nicht mehr sicher; das Land hat alle Beziehungen zu Israel abgebrochen.“

Nur eine Schutzbehauptung? Vielleicht. Wenn es aber stimmt, hei├čt das doch folgendes: Ruangrupa war ├╝berhaupt nicht frei in der Gestaltung der Documenta. So gibt es kein israelisches K├╝nstlerkollektiv (alle Aussteller sind Kollektive) und ohne gro├če M├╝he h├Ątte man da K├╝nstler*innen finden k├Ânnen, die keine nationalistische israelische Sicht vertreten.

W├Ąhrend die Geschichte der Documenta bislang eine Geschichte der Befreiung von Kunst aus Zw├Ąngen,  politischen und anderen, war, tritt hier ein Kuratorenkollektiv auf, das einen politischen Auftrag von zuhause ausf├╝hrt - und die Unm├Âglichkeit, auch nur in einem Punkt etwas anderes zu tun als zuhause toleriert, erf├╝llt diesen Tatbestand.

Damit w├Ąre die Er├Ârterung des Problems schon beendet, auch wenn man das corpus delicti der Ausstellung noch gar nicht gesehen hat.

Wolfgang Geiger, 19.6.2022

 

Erg├Ąnzung 23.6.:
2. Postcolonialism meets Anti-Semitism

Das obige bezog sich auf die der Ausstellung vorausgehende Debatte ├╝ber die BDS-Positionen im Kreis der Kuratoren, die sich in der Pr├Ąsenz pal├Ąstinensischer und der Absenz israelischer K├╝nstler niederzuschlagen schienen.  Angesichts dessen, dass Indonesien Israel nicht anerkennt, keinerlei diplomatische Beziehung zu ihm hat und israelische Staatsb├╝rger bis vor einiger Zeit noch nicht einmal nach Indonesien als Touristen einreisen durften, ist das alles andere als ├╝berraschend. ├ťberraschend ist vielmehr, wie viele politisch und kulturell in Verantwortung Stehende vorab jeden israelbezogenen Antisemitismus ausschlossen, offenbar ohne eine Ahnung von diesem Kontext zu haben, inklusive der Leiterin der Documenta, und stattdessen eine “medial aufoktroyierte Antisemitismusdebatte” kritisierten (cf. taz 21.6.22)

Was sich schon unmittelbar nach dem oben erw├Ąhnten Bericht in der FAS dann zeigte, ├╝bertraf allerdings alle Bef├╝rchtungen. Es geht jetzt nicht mehr nur oder gar ├╝berhaupt nicht um Kunstwerke wie jenes, dass Gaza mit Guernica vergleicht, das im spanischen B├╝rgerkrieg von Hitlers Legion Condor durch Luftbombardements dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das riesige Banner “People’s Justice” der Gruppe Taring Padi zeigt den antiimperialistischen Kampf des Volkes u.a. gegen eine Kolonne Soldaten, in denen sich auch ein Soldat mit Schweinsschnauze und Aufschrift Mossad auf dem Helm findet. Andere Soldaten, das muss auch erw├Ąhnt werden, tragen die Erkennung KGB und 007, im Hintergrund  sieht man noch Atomraketen und zwei weitere Soldaten im Vordergrund tragen eindeutig eine amerikanische Uniform . Nicht nur der Mossad-Soldat, sondern auch die anderen sind physiognomisch abwertend dargestellt, hierin liegt also noch nicht die antisemitische Besonderheit, vielmehr kommt es ├╝berhaupt auf die Komposition der ganzen Szene inneralb des Riesenbildes an.

Entscheidend ist - und das ist in den Analysen bislang noch nicht richtig herausgekommen -, dass der Zug der Soldaten vor zwei Figuren vorbeil├Ąuft, die als Teufel und ein in physiognomischer Stereotypik dargestellter Jude zu identifizieren sind. Letzterer erf├╝llt alle Kennzeichen der antisemitischen Darstellung des j├╝dischen Gesch├Ąftsmannes, Profiteurs und Strippenziehers im Hintergrund aus der Nazi-Zeit. Und hier tr├Ągt er SS-Runen auf seinem schwarzen Hut. Die Gleichsetzung der Israelis mit den Nazis ist ein inzwischen auch schon alter Topos und schl├Ągt eine Parallele zu dem  o.g. Guernica/Gaza-Vergleich. Der Topos der Hinterm├Ąnner ist hier jedoch ganz spezifisch inszeniert: Der Teufel klatscht sich in die H├Ąnde, aber hinter ihm freut sich der Jude mit Zigarre und Haifischz├Ąhnen. Hier wird ein antij├╝disches mittelalterliches Motiv, das fr├╝her den Teufel hinter dem Juden zeigte, umgekehrt, so dass selbst der Teufel im Dienst des Juden steht. Ein spezifisches Nazi-Ideologem kommt hinzu, indem Juden als Hinterm├Ąnner des US-Kapitalismus und des sowjetischen Kommunismus (KGB) zugleich dargestellt werden.

Dies ist somit eine sehr durchkomponierte, vorgeblich antiimperialistische Botschaft, die in antisemitischer Verschw├Ârungsideologie kulminiert, wonach die Juden/Israelis als eigentliche Profiteure und Strippenzieher des weltweiten Imperialismus und letztlich von allem B├Âsen (Teufel) stehen, also als Weltfeind, wie ihn so zugespitzt bislang nur die Nazis erfunden haben. Ihre Identifizierung mit den Nazis selbst ist eine Komponente des Post-Shoa-Antisemitismus, der, wie schon gesagt, aufs engste mit den Antiisraelismus verbunden ist.

Mit ├ťberraschung kann man jedoch in der taz vom 21.6. einf├╝hlend lesen: “Aber der in Teilen antisemitischen Bildsprache der K├╝nstler jetzt tiefere Intention zu unterstellen, verkennt die innenpolitische Hintergr├╝nde dieser Protestkunst. Die antisemitische Symbolik fu├čt eher auf Naivit├Ąt und Unwissen, vor allem auch ├╝ber den Kontext der Wahrnehmung dieser Symbole in der zu Recht von besonderer Empfindlichkeit gepr├Ągten deutschen ├ľffentlichkeit.” (K├╝nstlerkollektiv Taring Padi: Gruppe f├╝hlt sich missverstanden, taz 21.6.). So ├Ąu├čerte das Kollektiv auf der Documenta-Website auch sein Bedauern, missverstanden worden zu sein.

Erhellend ist vielleicht ein Interview mit einer indonesischen K├╝nstlerin im Rahmen eines kurzen Berichts im Hessischen Rundfunk (HR2) vom 23.6. (nach dem H├Âren - leider nicht online verf├╝gbar und daher nicht genauer identifzierbar), die sagte, dass man mit dem Begriff Antisemitismus in Indonesien nicht viel anfangen k├Ânne, dass aber Juden auch schon an der kolonialen Unterwerfung damals durch die Niederl├Ąnder beteiligt gewesen seien (gemeint sind wohl H├Ąndler, die in diesem Zuge ins Land kamen), und dass man besser ein antikolonialistisches Mahnmal in Indonesien aufstellen solle. “Juden werden als wei├če europ├Ąische Kolonialisten wahrgenommen”, analysierte auch Natan Sznaider (Berliner Zeitung bereits am 12.6.). Auf dem Bild und offenbar, wenn dies so ist,  in der kollektiven Wahrnehmung sind sie jedoch nicht nur Beteiligte, sondern Verantwortliche und Schuldige.

Dies ist nicht nur skandal├Âs als solches, sondern auch der ernsthaften und berechtigten Intention des Postkolonialismus abtr├Ąglich. Wenn dieser ohne solche Feindbilder und insbesondere ohne das antisemitische Feindbild im Mittelpunkt nicht auskommt, wird das, wie Andreas Fanizadeh in der taz schreibt, vielelicht zum “Waterloo der Postkolonialen”? (taz 21.6.22)

Das urspr├╝nglich noch gesellte Fragezeichen zum Thema hat sich somit inzwischen er├╝brigt.

Cf. https://documenta-fifteen.de/

https://taz.de/Antisemitismus-bei-der-Documenta/!5859644/

https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/documenta-antisemitismus-und-rechthaberei-bis-zum-schluss-18118361/ein-ausschnitt-des-18118360.html#fotobox_1_8118361
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/documenta-antisemitisches-wandbild-wird-entfernt-18116298.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

https://www.dw.com/de/documenta-umstrittenes-werk-soll-entfernt-werden/a-62207352

https://www.youtube.com/watch?v=ygMjo3BJ72o

https://www.hessenschau.de/kultur/kanzler-scholz-sagt-besuch-ab-experten-sehen-ruf-der-documenta-in-kassel-schwer-beschaedigt,reaktionen-banner-abbau-documenta-100.html

https://taz.de/Politisierung-auf-der-documenta-15/!5856408/

https://taz.de/Antisemitismus-auf-der-Documenta/!5859650/

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-antisemitismus-skandal-auf-der-documenta-war-absehbar-ld.1689842

https://www.juedische-allgemeine.de/suche/?q=Documenta (Artikel-├ťbersicht)

Der beste ├ťberblick ├╝ber das ganze Banner:

https://www.tagesschau.de/kultur/documenta-antisemitismus-roth-101.html

 

Wolfgang Geiger, 23.6.2022

 

 

Last update 2.11.2021

K├Âlnische Gesellschaft f├╝r Christlich-J├╝dische Zusammenarbeit e. V.
Antisemitismus als Herausforderung f├╝r die Schule

Online-Veranstaltungsreihe in 6 Teilen vom 23.11.2021-7.2.2022 jeweils ab 19 Uhr

Jeweils Vortrag und Diskussion auf dem  Youtube-Kanal der Gesellschaft. Die Videos bleiben danach abrufbar. Zur Website der >Gesellschaft / Zum >Programm

 

Last update 29.9.2021

Landesinstitut f├╝r Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg
Fachtagung Antisemitismus:
Best├Ąndiges Vorurteil!? Antisemitismus im Geschichts-, Religions- und Politikunterricht begegnen

Fr 19.11. - Sa 20.11.2021 Online ├╝ber Videokonferenz

Gemeinsame Konferenz f├╝r Lehrkr├Ąfte und Multiplikatoren in Kooperation mit dem Georg-Eckert-Institut f├╝r Internationale Schulbuchforschung (GEI), der Arbeitsgemeinschaft zur deutsch-j├╝dischen Geschichte im Verband der Geschichtslehrer Deutschland e.V. und dem Fachverband Geschichte und Politik Hamburg und der Vereinigung Hamburger Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Au├čerdem Kooperationspartner: Yad Vashem

Teilnahmeinformationen auf der >Webseite des LI, dort auch der >Programm-Flyer

 

Last update 16.8.2021

1700 Jahre j├╝disches Leben in Deutschland

Mit Versp├Ątung erst - wof├╝r wir uns entschuldigen - greifen wir die Initiative zu 1700 Jahren Zeugnis j├╝discher Pr├Ąsenz auf dem Boden des heutigen Deutschland auf und stellen dabei gleich fest, dass es damals nicht nur kein Deutschland gab, sondern noch nicht einmal den Anschein dessen, was man dann sp├Ąter unter der Bezeichnung zun├Ąchst nur f├╝r die Sprache deutsch nannte.

Hier zun├Ąchst einige weiterf├╝hrende Links:

Offizielle Seite des Projekts 1700 Jahre: https://2021jlid.de/

Webseite zum Thema des >Zentralrats der Juden in Deutschland

Webseite >der J├╝dischen Allgemeinen

Webseiten der >Bundesregierung / des >Bundesministeriums des Inneren sowie dabei eine besondere >Info-Seite / der >Kultusministerkonferenz

Das Projekt >Shared History des Leo Baeck Instituts (Neew York / Berlin)

Die Bundeszentrale f├╝r politische Bildung  veranstaltet in Zusammenhang mit der KMK am 10.11.2021 eine Online >Fachtagung 1700 Jahre j├╝disches Leben in Deutschland: Wege der Begegnung mit j├╝discher Vielfalt im Lernort Schule mit einem >Dossier J├╝disches Leben in Deutschland - Vergangenheit und Gegenwart

Thema 1700 Jahre mit Videos auf >Phoenix

>L.I.S.A. Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung: Dossier: J├╝dische Geschichte und Kultur im mittelalterlichen K├Âln. Interdisziplin├Ąre Zug├Ąnge. Eine Ringvorlesung der Universit├Ąt zu K├Âln im Wintersemester 2020/21. 10 Videos

Eine Sonderpublikation des >Herder-Verlages: Herder Thema - Auf Zukunft hin. 1700 Jahre j├╝disches Leben in Deutschland

Au├čerdem im Konstanzer Verlag >Hartung-Corre ein Lesebuch mit Erinnerungen: J├╝dische Schicksale in und aus Deutschland

 

 

Last update 22.5.2021

Israelbezogener Antisemitismus

Was israelbezogener Antisemitismus ist und wie er sich ├Ąu├čert, konnte man in der vergangenen Woche auf Stra├čen und im WWW erleben, in Wort und (Gerwalt-)Tat. “Der Judenhass hat beim Stichwort Israel Freigang”(1) beschrieb dies treffend die Frankfurter Rundschau, ebenso wie den Unterschied zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus, mit einer Ausnahme: Das Existenzrecht Israels ist universell und seine Anerkennung nicht nur eine Pflicht f├╝r uns Deutsche aufgrund der Vergangenheit, so wie man das “wir” hier verstehen k├Ânnte: “Die Existenz Israels hat mit den historischen Verbrechen Deutschlands so viel zu tun, dass wir kein Recht besitzen, sie infrage zu stellen.”(2) Auch andere nicht. St├Ąndig einen Sonderstatus f├╝r uns Deutsche zu definieren ist kontraproduktiv in dieser Auseinandersetzung. 

Der Israelbezogene Antisemitismus nimmt die Kritik an der israelischen Regierungspolitik zum Mittel, um  Hass auf den Staat Israel als solchen sowie auf die Juden in der ganzen Welt zu verbreiten und auf diesem Wege die aus der Vergangenheit, dem Holocaust, zu Recht errichteten Barrieren gegen Antisemitismus zu ├╝berwinden.

Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands hat daher eine Erkl├Ąrung zur notwendigen Bek├Ąmpfung des Antisemitismus in allen seinen Formen als Pflicht f├╝r uns alle und vor allem auch als Lehrerinnen und Lehrer herausgegeben: >hier.

(1) Anetta Kahane: Antisemitismus: Israel wird zum Ventil f├╝r Judenhass, FR, 17.5.2021
(2) Stephan Hebel: Israel: Der Unterschied zwischen legitimer Kritik und Antisemitismus, FR, 17.5.2021

W. Geiger

 

Last update 9.12.2020

Chanukkah - Sieg des Lichts

Eine ├╝beraus eindrucksvolle Darlegung der Entstehung und des Sinns des Chanukkah-Festes gab Daniel Neumann am 4.12.2020 auf HR2 im Rahmen der Sendereihe J├╝dische Welt (9:47). Wir freuen uns, diesen bemerkenswerten Podcast ausnahmsweise hier einbetten zu d├╝rfen und danken recht herzlich dem Hessischen Rundfunk und Daniel Neumann daf├╝r! >>Podcast

Daniel Neumann ist Vorsitzender der J├╝dischen Gemeinde Darmstadt und Direktor des Landesverbandes der J├╝dischen Gemeinden in Hessen. Wir verweisen hier auf die Seite des Darmst├Ądter Echo vom 15.3.2017 ├╝ber ihn  sowie auf die Ansprachje von ihm zum neuen Antisemitismus am 12.5.2020 bei der Evangelischen Akademie Frankfurt (8:13)Last update 31.1.2020

 


 

Gedanken zum Gedenken an den 17.1.1945

Hinweise und Links zu den Reden von Bundespr├Ąsident Steinmeier, dem Interview mit Ulrich Bongertmann (VGD) im Heute Journal und die Ausstellung Survivors in Essen finden Sie auf der Seite >>Aktuell des Verbandes Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lerer VHGLL.

Fragen und Umfragen zur Erinnerung an den Holocaust
P├╝nktlich zum 75. Jahrestag des 27.1.1945 wird den Schulen wieder die Schuld an mangelndem Geschichtsbewusstsein gegeben

J├Ąhrlich und oft mehrmals im Jahr werden wir mit neuen Umfragen konfrontiert, die uns den Verbreitungsgrad von antisemitischen Einstellungen in der Bev├Âlkerung und Bildungsdefizite von Jugendlichen ├╝ber den Holocaust vor Augen f├╝hren. So war am 27.1.2020 im Hessischen Rundfunk in HR-Info zu h├Âren: “Unsere Bildungspolitik hat versagt, wenn ein Viertel der Sch├╝ler nicht mehr wei├č, dass Auschwitz ein Vernichtungslager war.” Die Autorin, Maria Ossowski, ist Kulturkorrespondentin des RBB/ARD und die Sendung d├╝rfte wohl auch auf anderen Sendern der ARD gelaufen sein (Ausschwitz-Gedenken: “Keine sinnentleerten Rituale”, HR-Info, 21.1.2020).

Regelm├Ą├čig werden in solchen pauschalisierenden Aussagen Umfrageergebnisse verzerrt, wenn nicht verf├Ąlscht, die ihrerseits schon aufgrund ihrer Methodik auch Kritikw├╝rdiges enthalten. Was bedeutet “ein Viertel aller Sch├╝ler”? Befragt werden stets Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ab 15, wenn nicht schon ab 14 Jahren, die das Thema Holocaust noch nicht im Geschichtsunterricht haben konnten. Dies mag man bedauern, vor allem angesichts dessen, dass Deutschlekt├╝ren wie das Tagebuch der Anne Frank eben schon zu diesem Zeitpunkt, wenn nicht fr├╝her schon, im Deutschunterricht gelesen werden. Die breite Streuung des Alters der Befragten beeinflusst aber die Umfrageergebnisse. Dass Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler Auschwitz nicht kennen oder nicht speziell als Vernichtungslager - vielleicht weil f├╝r viele SuS ohnehin KZ synonym dazu ist -, wenn sie das noch nicht im Geschichtsunterricht hatten, kann man den Geschichtslehrern und -lehrerinnen nicht vorwerfen. Trotzdem wird  es immer pauschal impliziert, auch wenn von “Bildungspolitik” die Rede ist.

Und dann geht es auch darum, was genau gefragt wird und wie. So mag z.B. manchen der Ort Auschwitz-Birkenau nicht bekannt sein, wonach in einer Umfrage 2017 gefragt wurde. Nur “ein Viertel” unwissender Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler ist ja nach der Aussage von Maria Ossowski (gerne w├╝sste man, nach welcher Umfrage) noch vergleichsweise wenig gegen├╝ber anderen in Umlauf gebrachten Zahlen. Eine Kritik der sich verselbstst├Ąndigenden medialen Verbreitung von Fragmenten aus soziologischen Umfragen gibt es auf der Seite des Verbandes Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer (Landesverband des VGD) aus einem Vortrag zur Erinnerungskultur in Wiesbaden am 17.5.2019 (Wolfgang Geiger: Die Toten sind nicht tot. Historische Erinnerung angesichts neuer Herausforderungen, VHGLL).

Au├čerdem kann man sich fragen, ob negative Antworten (“Kenne ich nicht”) auch bei einigen aus Protest und Provokation gegen die Umfrage erfolgen, obwohl sie das Gefrage sehr wohl kennen. Das w├Ąre dann gewiss noch gravierender als die schiere Unkenntnis, aber kein Bildungsdefizit im Sinne von “wurde nicht ausreichend im Unterricht behandelt”. Wieviele solcherart motivierter Antworten es dabei geben mag, ist aber nat├╝rlich nicht nachweisbar.

Aber anderes auch nicht: Grunds├Ątzlich darf eine generelle Schlussfolgerung aus solchen Umfrageergebnissen in Frage gestellt werden, n├Ąmlich die Erkl├Ąrung der Wissensl├╝cke durch eine Unterrichtsl├╝cke: Was die Sch├╝ler nicht wissen, wurde ihnen nicht vermittelt. Daf├╝r gibt es pauschal keinen Nachweis und wenn die Journalisten und anderen Interpretatoren sich etwas n├Ąher mit der schulischen Realit├Ąt befassen w├╝rden, w├╝rden sie das auch differenzierter darstellen. In allen F├Ąchern, so auch in Geschichte, werden Dinge wieder vergessen und dies oft recht schnell und sogar, wenn sie von der Lehrkraft als wichtig erachtet werden.

Die historische Distanz zum Geschehen, aber auch zum Kampf f├╝r das Gedenken, wie er von den ├älteren seit Jahrzehnten gef├╝hrt wurde, ver├Ąndert das Verh├Ąltnis zum Thema Nationalsozialismus und Holocaust f├╝r die heutigen Jugendlichen. Ulrich Bongertmann hat als Vertreter des VGD im oben erw├Ąhnten Interiew im Heute Journal darauf hingewiesen, und das bedeutet deswegen kein Desinteresse am Thema seitens der Sch├╝ler, aber ein anderes Verh├Ąltnis zum Umgang damit. Zahlreiche Untersuchungen seit vielen Jahren best├Ątigen immer wieder, dass sich Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sehr wohl daf├╝r interessieren, aber einen zwanghaften Umgang damit, eine “NS-Traumatik”, ablehnen, wie es mal eine Sch├╝lerin treffend formuliert hat, im Sinne verordneter Betroffenheit, und dies war eine Reaktion auf die Ank├╝ndigung des Lehrers, man werde das NS-Thema das ganze Halbjahr lang behandeln (zit. in Hollstein/Meseth et al., , S. 42. Vgl. auch Giesecke/Welzer, S. 21f. sowie Meseth 2011 - siehe unten).

Der Schriftsteller und Exekutivpr├Ąsident der Internationalen Auschwitzkomitees Chistoph Heubner meint: Allerdings scheint es insgesamt in den Schulen zunehmend die Auffassung  zu geben, die Zeit des NS-Regimes sei ein abgeschlossenes Kapitel, das  wir hinter uns gelassen haben.” (Erinnern an Auschwitz). Wie kommt er zu dieser Anklage und was bedeutet genau “hinter uns gelassen”? Dass es uns nicht mehr interessiert, ber├╝hrt? Dann verst├╝nde er nicht einmal das Grundverst├Ąndnis von Geschichtsunterricht, weil wir grunds├Ątzlich Geschichte f├╝r heute unterrichten wollen, wie die Verbandszeitschrift des VGD treffend hei├čt, und das gilt umso  mehr f├╝r dieses Kapitel der Geschichte. Verordnete Betroffenheit ist aber genau das, was die Sch├╝lerin als “Traumatik” ablehnte.

Und wenn besagte Sch├╝lerin damit gegen die Ank├╝ndigung von einem halben Jahr “Traumatik”-Unterricht protestierte, so wurde nun gerade dies in dem erw├Ąhnten Rundfunkbeitrag als quasi quantitative L├Âsung des Problems vorgeschlagen: “Ein halbes Jahr bis zur 10. Klasse m├╝ssten Geschichtslehrer verbindlich via Curriculum den Zweiten Weltkrieg und die Shoah verhandeln, anschlie├čend erst ein KZ besuchen und dies bitte nur mit sorgf├Ąltiger Nachbereitung.” (Insgsesamt also mehr als ein halbes Jahr.) Abgesehen von dem darin impliziten Vorwurf, der Unterricht habe versagt, w├╝rde hiermit der Widerstand gegen den “Schuldkult” geradezu erzeugt. Anschlie├čend k├Ânnte man dann auch wieder die Schulen anklagen f├╝r Vorkommnisse provokativen Verhaltens von Sch├╝lern in Gedenkst├Ątten.

Gewiss gibt es generell zu wenig Stunden f├╝r den Geschichtsunterricht. Alle aber, die das Problem pauschal mit “mehr Unterricht” zu l├Âsen glauben, verwechseln Qualit├Ąt und Quantit├Ąt. Es kommt nicht darauf an, wie viel sondern wie gut wir unterrichten. Dar├╝ber kann man allerdings sehr wohl diskutieren doch das passiert ist diesen Medien nicht.

Zitierte Literatur:
Oliver Hollstein / Wolfgang Meseth / Christine M├╝ller-Mahnkopp / Matthias Proske / Frank-Olaf Radtke: Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht. Beobachtungen unterrichtlicher Kommunikation. Bericht zu einer Pilotstudie, Frankfurt a. M. 2002, Frankfurter Beitr├Ąge zur Erziehungswissenschaft).
Dana Giesecke / Harald Welzer: Das Menschenm├Âgliche. Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur. Hamburg (Edition K├Ârber), 2012.
Wolfgang Meseth: Riskantes Lernen: Moralische Erwartungen und der Geschichtsunterricht ├╝ber den Nationalsozialismus und Holocaust, in: Lernen aus der Geschichte, 13.04.2011.

 


Last update 26.10.2019

Nach dem Anschlag in Halle

Wir verweisen auf die Erkl├Ąrung des Verbandes Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer VHGLL vom 13.10.2019 und erg├Ąnzen folgendes:

Der antisemitisch motivierte Versuch, in der Synagoge von Halle am Jom Kippur (9.10.2019) ein Massaker anzurichten, vor dem Hintergrund einer ideologisch weiter gefassten abstrusen Verschw├Ârungstheorie, wurde allein durch den notwendigen Selbstschutz der Synagoge vereitelt, n├Ąmlich die solide T├╝r. Durch die ├ťberwachungskamera sah man von innen, wie der T├Ąter auf die T├╝r schoss, und war in panischer Angst, er k├Ânne sie aufschie├čen. W├Ąre es ihm gelungen, w├Ąren au├čer den beiden Toten und den zwei Verletzten au├čerhalb  noch viel mehr Opfer innerhalb zu beklagen, ├Ąhnlich wie bei dem Anschlag auf die zwei Moscheen in Christchurch (Neuseeland), der dem T├Ąter ja auch als Vorbild diente.

Der Schock ist so schon gro├č, aber was w├Ąre, wenn das Massaker gelungen w├Ąre, mit Schusswaffen und Sprengstoff, und vielleicht 30, 40 oder 70 Toten unter den Gl├Ąubigen in der Synagoge?

Die j├╝dische Gemeinschaft in Deutschland ist verunsichert, obwohl alle sagen, dass es sie nicht wirklich ├╝berrascht hat. Sie sind allenfalls ├╝berrascht, dass ihre Warnungen, ihr Pessimismus sich bewahrheiten. In der Zeit vom 17.10. wirft Richard C. Schneider der Gesellschaft einen rituellen Umgang mit dem Antisemitismus vor, “l├Ącherliche Mahnwachen” nach dem Ereignis statt effektive Pr├Ąvention davor, eine alibim├Ą├čige Betroffenheit mit einem phrasenhaften “Nie wieder!” gegen etwas, das schon l├Ąngst da ist. Schneider empfindet uns├Ągliche Wut und Langeweile zugleich, schreibt er, “weil ich dar├╝ber schon jahrzehntelange schreibe. Immer und immer wieder. Nach jedem Attentat, nach jedem Anschlag, nach jedem neuen antisemitischen Skandal.”

Die Liste der schwereren antisemitischen Anschl├Ąge - Morde, Brandanschl├Ąge und entsprechende Versuche, K├Ârperverletzung... - ist lang, wie auf Wikipedia nachzulesen, und sie sind nicht nur durch rechtsextreme Deutsche begangen worden, sondern auch von T├Ątern mit arabischem bzw. muslimischem Hintergrund. Eine Chronik viel zahlreicherer antisemitischer Vorf├Ąlle kann man auch nach Jahr und Monat (seit 2002) und sogar nach Bundesland und Stadt bei der Amadeu-Antonio-Stiftung aufrufen, darunter auch bereits entsprechende Kommentare zu Halle.

Der Rechtsextremismus ist jahrelang gegen├╝ber dem Islamismus vernachl├Ąssigt und in der Konsequenz verharmlost worden, das wird jetzt in Reaktion auf Halle auch von jenen in den Medien zugegeben, die direkt oder zumindest indirekt daf├╝r verantwortlich sind. Die F├Ârderung von zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rassismus, Antisemitismus und f├╝r Demokratie wurde abgebaut, w├Ąhrend man gleichzeitig den Antisemitismus “in der Mitte der Gesellschaft” beklagt und bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Schulen mangelnde Pr├Ąventionsarbeit im Unterricht vorwirft.  Auch wurde bei der Polizei eingespart, w├Ąhrend deren Aufgaben stiegen. Letzteres soll sich jetzt ├Ąndern und so fragt die Amadeu-Antonio-Stiftung auf Belltower: “Warum wird nach Halle mehr Polizei gefordert und Demokratiearbeit gek├╝rzt?”

Der Attent├Ąter von Halle war ein Einzelt├Ąter, aber kein Einzeldenker. Alle Elemente seiner Verschw├Ârungstheorie sind von der Neuen Rechten aus in die sprichw├Ârtliche Mitte der Gesellschaft getragen worden und beim Antisemitismus konnte sie auf eine ohnehin schon vorhandene Grundlage aufbauen, die sich durch Stereotypen, Klischees und daraus resultierenden Vorurteilen nicht nur in Form eines bewussten Antisemitismus zeigt, sondern oft und viel mehr auch noch unbewusst vorhanden ist. Jede neue Antismeitismusstudie belegt dies.

Auf die Frage “Was hat Ihr Sohn gegen Juden?” antwortete die Mutter des Attent├Ąters von Halle, von RTLl befragt: “Er hat ein falsches Vokabular. Er hat nix gegen Juden in dem Sinne. Er hat was gegen die Leute, die hinter der finanziellen Macht stehen. Wer hat das nicht?”

Hier zeigt sich erschreckend exemplarisch, wie uralte Vorurteile gegen die “Geldjuden” immer noch wirken, trotz eines gewissen ├ťber-Ichs, das davor warnt, Juden als “Juden” zu attackieren, auch verbal nicht, “falsches Vokabular”. Doch die in der Synagoge versammelten Juden waren demnach Repr├Ąsentanten derjenigen, “die hinter der finanziellen Macht stehen.”

Dieses Vorurteil vom mittelalterlichen Geldverleiher ├╝ber Joseph S├╝├č Oppenheimer (“Jud S├╝├č”) bis zum “Rothschild-Syndrom”, wie wir es nennen m├Âchten, und den erfundenen “Protokollen der Weisen von Zion” mit ihrer angeblichen Weltverschw├Ârung widerlegen wir hier auf unseren Seiten durch die belegbare historische Wahrheit. Ausf├╝hrlich ist dies bereits hinsichtlich der Quelle dieser Vorurteile, n├Ąmlich das Mittelalter betreffend, gelungen, die anderen Teile sind noch in Arbeit.

 

Last update 17.9.2017

Am 12.9. er├Âffnete das Heute Journal seine Sendung ungew├Âhnlich mit einem R├╝ckblick auf Helmut Kleinicke, einem weiteren “stillen Helden” ├á la Schindler und Plagge. Wie letzterer war Kleinicke SS-Mitglied. Seine Tochter wusste zu seinen Lebzeiten nichts davon, bis ein heute in Israel wohnender ├ťberlebender sie ausfindig machte. Wie Schindler konnte Kleinicke im besetzten Polen Juden als Arbeitskr├Ąfte reklamieren und damit vor dem Tod retten. Die Nachforschungen dauern schon eine Weile an und es gab auch schon fr├╝her Meldungen ├╝ber den Fall. Hier einige Links

Heute Journal 12.9.17; Spiegel Online 22.12.16 sowie 9.11.16; R├╝ckblick des ├ťberlebenden Josef K├Ânigsberg auf Spiegel Online 5.11.2008 sowie in der ZDF Mediathek (Heute Journal vom 22.12.16).

 

Last update 25.3.2017

Gemeinsame Erkl├Ąrung des Zentralrats der Juden in Deutschland
und der Kultusministerkonferenz  zur Vermittlung j├╝discher Geschichte, Religion und Kultur in der Schule

1.9.2016 / 8.12.2016

Das Judentum ist seit vielen Jahrhunderten integraler Bestandteil der deutschen und europ├Ąischen Kultur, Geschichte und Gesellschaft.
J├╝disches Leben ist indes in vielen gesellschaftlichen Bereichen kaum sichtbar und wird, beispielsweise in Schulb├╝chern und anderen Bildungsmedien, vielfach nur auf einzelne Elemente oder auf einige wenige Epochen der Geschichte verk├╝rzt, zum Teil verzerrt und undifferenziert dargestellt. “

So beginnt die Pr├Ąambel der gemeinsamen Erkl├Ąrung, Download auf der Website der KMK.

 

Last update 29.6.2014

Antisemitismus, wie er leibt und lebt, in deutschen Medien.
Unter dem Titel Antisemiten live schrieb die FAZ einen bemerkenswerten Kommentar, der unser Augenmerk auf den augenscheinlich “gew├Âhnlichen”, historisch altbekannten und 70 Jahre nach dem Untergang des Nationalsozialismus erschreckenden Antisemitismus in (bisher) nahmhaften Medien wie dem NDR oder der Welt. Es geht um Kirill Petrenko, den neuen designierten Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, der f├╝r eine NDR-Kommentatorin die  “j├╝dische Karikatur” des “Gnoms Alberich” darstellt gegen├╝ber seinem gescheiterten Konkurrenten Thielemann, dem “Experten deutschen Klanges”, Wagners nobler Wotan-Figur gleich.

 

Last update 13.10.2014

Gewiss kann  und darf man Israels Politik kritisieren, wie die jedes anderen Landes auch. Leider ist Israel aber offenbar kein Land wie jedes andere, da sich nur allzu h├Ąufig die Kritik mit antisemitischen Ressentiments aufl├Ądt, die mit dem aktuellen Konflikt kaum noch etwas zu tun haben. Der Nahostkonflikt ist eindeutig ein Vektor zur Popularisierung des Antisemitismus, den man sonst so nicht ├Ąu├čern w├╝rde. Und es n├╝tzt auch nichts aus einem anderen* falsch verstandenen political correctness heraus zu leugnen, dass hier Migranten islamischer Herkunft eine wichtige Rolle spielen. Die J├╝dische Allgemeine hat ein Dossier mit Beitr├Ągen zum j├╝ngsten vom Gaza.Krieg bef├Ârderten Antisemitismus zusammengetragen, das erschreckend ist, mit sehr genauen Details.

* gemeint ist: g├Ąngige Meinung und ein Vorwurf ist ja, dass es einen Konsens von political correctness in Deutschland gebe, wonach man Israel nicht kritisieren d├╝rfe.

Last update 6.8.2014

Werbung in eigener Sache:

Neuerscheinung:

Martin Liepach / Wolfgang Geiger: Fragen an die j├╝dische Geschichte. Darstellungen und didaktische Herausforderungen, Schwalbach/Ts. (Wochenschau), 2014. (> Wochenschau-Verlag)

Rezensionen: Yad Vashem / Internationale Schule f├╝r Holocaust-Studien ; Sehepunkte

In diesem Zusammenhang m├Âchten wir auch auf die Publikation auf dem Jahre 2012 hinweisen:

Wolfgang Geiger: Zwischen Urteil und Vorurteil. J├╝dische und deutsche Geschichte in der kollektiven Erinnerung, Frankfurt a.M. (Humanities Online), 2012.

Rezensionen: Geschichte f├╝r heute (PZ-Ffm) ; Medaon

 

 

Last update 3.5.2014

Aktueller Titel der ZEIT N┬░19 / 30.4.2014: Fragt mich jetzt! Interview mit einer ├ťberlebenden.
Mehr auf unserer Seite 1933-45.

Last update 19.4.2014

24 h Jerusalem – Das Doku-Projekt auf Arte am 12.4.2014
Jerusalem rund um die Uhr dank der Video-Mitarbeit unz├Ąhliger Einwohner. Bilder und Mini-Videos von Handy-Aufnahmen und zus├Ątzliche Informationen (z.B. Karten) sind auf Arte.tv eingestellt. Au├čerdem k├Ânnen die Sequenzen der TV-Sendung abgerufen werden.
F├╝r ihr gigantisches Projekt wollten Regisseur Volker Heise und Produzent Thomas Kufus, die 2009 zusammen 24 h Berlin realisiert hatten, urspr├╝nglich proportional zur demographischen Realit├Ąt auch pal├Ąstinensische Mitarbeiter einbeziehen. Nach eineinhalbj├Ąhrigem Kampf, berichtet Nina Pauer ├╝ber die Entstehung des Projekts in der ZEIT vom 10.4.2014 (S.61), zogen die Pal├Ąstinenser, gegen die ein massiver ├Âffentlicher Druck aufgebaut wurde (ÔÇ×ein Shitstorm im Netz“), zur├╝ck. Wie einmal eine verpasste Chance f├╝r die Pal├Ąstinenser. Sie bef├╝rchteten eine ÔÇ×normalisation, also eine Akzeptanz der gegenw├Ąrtigen politischen Situation“ durch die Doku.  Dass die arabische Seite Jerusalems dennoch ├╝ber die mitwirkenden Protagonisten ad├Ąquat zur Sprache kam, haben die Pal├Ąstinenser, die das boykottierten oder dazu aufriefen, der Beharrlichkeit der Autoren des Projekts zu verdanken, eine umfassende Sicht Jerusalems trotz des Widerstandes von pal├Ąstinensischer Seite zu vermitteln, sowie der Pal├Ąstinenser aus der Bev├Âlkerung, die bereit waren ihren Alltag zu dokumentieren.
>Start,
>TV-Trailer, >Inhalte

Last update 9.11.2013

Heute vor 75 Jahren:
Als Synagogen brannten, Gesch├Ąfte und Wohnungen verw├╝stet wurden, Menschen misshandelt und umgebracht wurden.

Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, w├╝nscht sich mehr “ehrliche Anteilnahme” statt “ritualisierte Betroffenheit” in Deutschland (Interview mit der Neuen Osnabr├╝cker Zeitung).

Raphael Gross, Direktor des J├╝dischen Museums und des Fritz-Bauer-Instituts, sowie aktuell Autor des Buches November 1938 - die Katastrophe vor der Katastrophe, M├╝nchen (C.H. Beck), 8,95 ÔéČ, im Gespr├Ąch in der Sendung Horizonte des Hessischen Rundfunks. Die Sendung erinnert an den Pogrom, der in Nordhessen bereits vor dem 9. November begann.

Mehr aktuelle Links auf unserer Seite 1933-45.

Last update 31.3.2013

Neu erschienen: Geschichte lernen N┬░152: J├╝dische Geschichte (Link zum Friedrich-Verlag) mit Online-Dokumenten.

Last update 12.3.2013

Die Reden von Norbert Lammert und Inge Deutschkron im Bundestag  zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 30. Januar 2013 anl├Ąsslich des 80. Jahrestages der Ernennung Hitlers zum Kanzler in Verbindung mit dem Holocaust-Gedenktag am 27.1.2013  , Texte: Lammert, Deutschkron. Video der Veranstaltung.

Last update 23.4.2012

Czernowitz - Heute das Damals suchen. Die erstaunliche multikulturelle Vergangenheit der Hauptstadt der Bukowina zwischen Habsburg, Rum├Ąnien, Sowjetunion und Ukraine und ihrem Ende durch die Katastrophe des Holocaust und des 2. Weltkriegs vermittelt eindrucksvoll eine Begegnung mit Juden heute in Czernowitz, mit ihrer Arbeit f├╝r das Gedenken an die ausgel├Âschte Gemeinde von damals und der Wiederbelebung der j├╝dischen Kultur heute in einem Bericht der  taz vom 21./22.4.2012.

Last update 16.4.2012

Im Nachgang zum Grass-Gedicht sieht Christiane Hoffmann in der FAZ einen “Fluch der Geschichte” nicht darin, dass schon vor zehn Jahren, also weit vor dem aktuellen Konflikt in Nahost, von 60% der Deutschen Israel als “Bedrohung des Weltfriedens” sahen - die damalige Frage war schon unglaublich f├╝r die “Objektivit├Ąt” von Meinungsforschern: “Welches Land halten Sie f├╝r eine Bedrohung des Weltfriedens ?” (Etwas weniger Wertungen gab es bei der Umfrage bein den USA, Nordkorea und Iran). Den “Fluch der Geschichte” sieht die FAZ im “Defizit an Demokratie”, das in der Tabuisierung der Diskussion ├╝ber Israel bestehe - und auch anderen “Tabus”: Europa, Afghanistan... Ein wunderbares Beispiel f├╝r die Unterst├╝tzung der Grass’schen Strategie, Tabus einfach zu erfinden, um sich dann als “Demokrat” gegen├╝ber diesem angeblichen “Demokratie-Defizit” in Pose setzen zu k├Ânnen.

Last update 9.4.2012

“Man kann es gar nicht oft genug sagen: Geschichte wiederholt sich”, beginnen die Gedanken von Moritz Neumann, dem  Vorsitzenden des Landesverbandes der J├╝dischen Gemeinden in Hessen, zum diesj├Ąhrigen Pessachfest.  Die Ansprache enth├Ąlt auch eine indirekte, aber in der Sache (Aktualit├Ąt im Nahen Osten) klare und nachdenkenswerte Antwort auf G├╝nter Grass, obwohl der Text vermutlich schon vorher verfasst worden war. HR2: J├╝dische Welt vom 6.4.2012: Podcast , Text.

Last update 6/9..4.2012

P├╝nktlich zu Pessach 5772 oder zum Ostermarsch 2012 ?
G├╝nter Grass und sein “Gedicht” als neues Beispiel, wie Israel ohne Kenntnis der Sachlage verurteilt wird und wie die Auseinandersetzung mit Israel kompensatorisch vor dem Hintergrund eines Problems mit der eigenen Vergangenheit erfolgt.
Alle Ingredienzien des “sekund├Ąren Antisemitismus” sind vorhanden: 1. das angebliche Tabu die israelische Politik zu kritisieren, 2. die Antizipation des Vorwurfs, man sei Antisemit, wenn man dies tue, 3. die Umkehrung der Realit├Ąt, hier freilich zu einem neuen H├Âhepunkt gesteigert:  Israel k├Ânne und wolle den Iran “ausl├Âschen” und bedrohe den Weltfrieden.
Darf man israelische Politik kritisieren? Ja, aber warum erfolgt dies von denen, die behaupten, das d├╝rfe man nicht, dann immer auf diese Weise?
Ob der sich prompt einstellende Antisemitismusvorwurf die richtige Reaktion darauf ist, darf allerdings auch diskutiert werden, eine Pauschalisierung des Begriffes f├╝hrt letztlich auch zu seiner Banalisierung und verhindert (oder behindert zumindest) die Auseinandersetzung mit den Inhalten und dem Hintergrund solcher Thesen.

Das Gedicht vom 4.4. auf S├╝ddeutsche.de ; Reaktionen und Kommentare im Spiegel der Berichterstattung der SZ: 4.4., 5.5., noch
einmal vom 5.5., 6.5. und noch einmal vom 6.5. sowie eine ├ťbersicht ├╝ber Grass’ spektakul├Ąre Interviews und Aussagen gibt die SZ hier.
Eine Presseschau vom 5.4. auf stern.de; eine Zusammenstellung politischer Reaktion auf T-Online; Reaktionen aus israel auf Zeit Online vom 4.4. und eine internationale Presseschau auf Spiegel Online; sowie die beiden tonangebenden Artikel von Henryk M. Broder auf Welt Online hier (“ewiger Antisemit”) und hier. Weitere lesenswerte Kommentare: Christian B├Âhme in The European auf T-Online und Josef Joffe auf Zeit Online.

Online-Abstimmung ├╝ber Grass auf T-Online - wie repr├Ąsentativ das auch sein mag: hier.

Empfehlenswert finden wir die Kommentare zu Grass in der taz: von Klaus Hillenbrand und Micha Brumlik am 5./6.4. und Stefan Reinecke am 7./.8.9.4.2012. Ebenfalls verweisen wir auf die Interpretation des Gedichts in der FAZ von Frank Schirrmacher am 4.4. sowie auf die Analyse von Raphael Gross: “Antisemitismus ohne Antisemiten” in der Frankfurter Rundschau vom 7.4.2012

Zum Thema Antisemitismus siehe auch unsere Themenseite Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.

Last update 2.4.2012

Seismographen der Moderne - Interview mit Dan Diner ├╝ber j├╝dische Fragen, Lehren aus dem Holocaust und den “arabischen Fr├╝hling” in der Neuen Z├╝rcher Zeitung am 31.3.2012, NZZ Online 2.4.2012.

“Bild dir dein Volk!” Axel Springer und die Juden. Ausstellung im J├╝dischen Museum Frankfurt bis zum 29.7.. Dazu gibt es eine sehr gute Seite in der taz vom 12.3.2012: Fluchtpunkt Jerusalem.

Das Geheimnis von Haus Nummer 15. Spurensuche in einer Berliner Stra├če, wo drei Winter lang eine j├╝dische Familie vor den Nazis versteckt wurde. Die Wiederentdeckung einer Geschichte in der taz vom 31.3.2012, verf├╝gbar auf taz.de.

Rabbinerausbildung in Deutschland: Sp├Ąt, aber nicht zu sp├Ąt” meint Micha Brumlik in der taz vom 5.3.2012.

Last update 30.1.2012

“Verraten und verkauft” - der Aprilboykott j├╝discher Gesch├Ąfte 1933, seine Vorgeschichte in der Weimarer Republik, Bedeutung und Wirkung. Ein inhaltsreiches Interview mit der Historikerin Hannah Ahlheim in der taz vom 30.1.2012 - online hier.

Last update 24.1.2012

Marcel Reich-Ranicki wird die Gedenkrede im Bundestag am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus halten. Die Rede wird ab 9 h im Parlamentsfernsehen, im Web-TV auf www.bundestag.de ├╝bertragen. Die Reden der vergangenen Jahre (2011: Elie Wiesel, 2010: Shimon Perez, 2009: Horst K├Âhler, 2008: Lenka Reinerov├í, 2007: Imre Kert├ęsz, 2006: Ernst Cramer, 2005: Arno Lustiger und Wolf Biermann, 2004: Simone Veil, 2003: Jorge Sempr├║n) und dann auch die von 2012 sind in der Mediathek abrufbar.

Last update 23./26./29.1.2012/8.2.2012/10.2.2012

Neue Antisemistimus-Studie im Auftrag des Bundestages: Startseite mit Informationen zum Hintergrund des Beschlusses von 2009 und zum Ergebnis der Studie. Download der Studie; au├čerdem Links zu: “Mitten unter uns”, in: Das Parlament Nr.49-50/2011 und aktuelle Meldung Heute im Bundestag vom 29.11.2011.
Berichte auf sueddeutsche.de, tagesspiegel, Spiegel Online, Deutschlandfunk mit M├Âglichkeit zum Nachh├Âren der Sendung Kultur heute vom 23.1.mit einem Interview mit Peter Longerich, dem Koordinator der Studie; vgl. auch den tagesschau-Bericht; interessant auch die Meldung in der Islamischen Zeitung; auf heute.de gibt es einen Bericht mit einer Linksammlung zu verwandten Themen, darunter zum 70. Jahrestag der Wannseekonferenz.
Als “normal feindlich” charakterisiert Julius H. Schoeps die Deutschen aufgrund der Studie in der J├╝dischen Allgemeinen
Wie sich der Antisemitismus im Alltag konkret ├Ąu├čert, wurde in einer Sendung des Deutschlandfunks im Zusammenhang mit der Antisemitismusstudie thematisiert, das Manuskript ist online. “Es gibt nicht nur ‘latenten’ Antisemitismus” betont auch nordbayern .de nach einem  Gespr├Ąch mit Ester Klaus, Vorsitzender der Erlanger J├╝dischen Kultusgemeinde.
“Wenn die Erinnerung verblasst” - Interview mit Max Mannheimer anl├Ąsslich der Antisemitismusstudie auf sueddeutsche.de

Interview mit Julius C. Schoeps, Direktor des Moses Mendelssohn Zentrums, in den Potsdamer Neuesten Nachrichten.

Welchen politischen Einfluss antisemitische Hetze heute leider auch haben kann, zeigt der R├╝cktritt von Marina Weisband als Politische Gesch├Ąftsf├╝hrerin der Priratenpartei - Info am 29.1. auf T-Online, Focus, Spiegel, sueddeutsche.de - ihr Exklusvi-Interview in Bild am Sonntag auf Bild.de (In der Zwischenzeit sieht es so aus, dass sie von ihrem R├╝cktritt zur├╝ckgetreten ist).

Latenten Antisemitismus gibt es auch in heimischen Medien (nicht nur?) in ├ľsterreich, dies geht aus einer Studie des Wiener Instituts f├╝r Konfliktforschung hervor, wie die Salzburger Nachrichten berichten: “W├Ąhrend der Berichterstattung ├╝ber die “Occupy”-Bewegung gelangten antisemitsiche Stereotype wie die des “gierigen Juden” oder der “j├╝dischen Weltverschw├Ârung” wieder an die Oberfl├Ąche.” Dazu auch die Wiener Zeitung, pr-inside,

Siehe auch unsere Themenseite Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart.

Last update 21.1.2012

70. Jahrestag der Wannseekonferenz - eine aktuelle Linkliste gibt es auf dem Geschichtslehrerforum.

Last update 1.12.2011

Neue Eintr├Ąge auf unserer Website: Eine Quelle von B├Ârne 1819 (hier).

Last update 1.12.2011

Neu: Deutsch-j├╝dische Geschichte und Gegenwart in Erfurt. Ein Kooperationsprojekt der Alten Synagoge und des Erinnerungsortes Topf & S├Âhne in Erfurt. Download des Programms: hier. Zur Website Alte Synagoge / J├╝disches Leben in Erfurt: hier. / Die Alte Synagoge hat uns auch einen Beitrag zum j├╝dischen Viertel in Erfurt im Mittelalter geliefert (hier).

Die Chronik des Gettos Lodz - Das letzte Jahr. Ein t├Ągliches H├Ârfunkjournal von HR2 Kultur, mehr dazu, zur Buchedition und zur Website auf dem Geschichtslehrerforum.

Last update 20.11.2011

Schulhof-Schimpfwort “Jude” - Expertenbericht zum Antisemitismus. Bericht in der taz zum Jahrestag des Novemberpogroms, 9.11.2011.

 

Last update: 20.7.2011

Vor dem Holocaust - J├╝disches Alltagsleben in Hessen. Neues Online-Angebot mit ├╝ber 4000 Fotos. Dazu:
“J├╝dische Geschichte im Netz - Alte Fotos dokumentieren den Lebensalltag in Hessen bis zum Holocaust”. Bericht der Frankfurter Neuen Presse

“K├Âlns j├╝dische Geschichte f├╝r iPhone “- ein audio-virtueller Stadtrundgang durch das j├╝dische K├Âln, Bericht auf AppReport

Deutsch-j├╝dische Geschichte on.tour - Die mobile Ausstellung des J├╝dischen Museums Berlin. Presseinformation des JMB vom 5.7.2011

Interview mit Michael Blumenthal, Direktor des J├╝dischen Museums Berlin,  zum zehnj├Ąhrigen Bestehen des JMB  im Deutschlandradio vom 19.7.2011

 

Last update: 5.3.2011

Eine kleine Einf├╝hrung in Talmud Cuisine - j├╝dische K├╝che in Antike und Mittelalter sowie ein aktuelles vegetarisches Rezept bietet die Website des J├╝disch- Historischen Vereins Augsburg in ihrer Ausgabe vom 4.3.2011.

Eine lange Liste aktueller Bucherscheinungen zur J├╝dischen Geschichte und Kultur gibt es bei perlentaucher.de, eingestellt am 2.3.2011.

Last update: 5.1.2011

Spuren j├╝dischen Lebens - Ausstellung in Duisburg, siehe auf Der Westen, 3.1.2011.

Last update: 18.12.2010

Der liberale Politiker und ehemalige EU-Kommissar Frits Bolkestein wird in dem in den Niederlanden erschienenen Buch des israelischen Autors Manfred Gerstenberg mit den Worten zitiert, es gebe in den Niederlanden keine Zukunft f├╝r die Juden aufgrund des Antisemitismus seitens der Muslime. Im Interview mit einer Zeitung korrigierte er dies dahingehend, dass er nur orthodoxe Juden meine, die man ├Ąu├čerlich als solche erkennen k├Ânne. Mehr dazu im NiederlandNet der Universit├Ąt M├╝nster. Dazu auch eine Stellungnahme von Leon de Winter in ZEIT-Online.

Last update: 18.11.2010

Im Vorfeld des 9.11. ver├Âffentlichte die ZEIT die von ihr in Auftrag gegebene Umfrage unter Jugendlichen zu ihrem Verh├Ąltnis zur NS-Geschichte. “Was geht mich das noch an?” wurde in Verbindung mit den anderen im ZEIT-Magazin erschienenen Texten auch auf ZEIT Online eingestellt: hier.

“Furchtbare Diplomaten” - Presseecho zur Ver├Âffentlichung ├╝ber das Ausw├Ąrtige Amt im Nationalsozialismus im Geschichtslehrerforum: hier.

Last update: 10.11.2010

├ťber Alfred Grossers Rede in der Paulskirche zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9.11.1938 - gab es einen Eklat oder keinen? Gibt es eine “Aff├Ąre Grosser” - zur Google-Suchliste hier. - Interview mit Salomon Korn ├╝ber Alfred Grosser und weitere LInks zum Thema auf Zeit online: hier. - Nachtrag vom 27.1.2011: Um einen Eindruck von der Kritik an Grosser generell zu bekommen, ist ein Blick in Die J├╝dische vom 8.1.2011 instruktiv: hier.

Kritiken und Debatte zur Oskar Roehlers Film Jud S├╝├č - Film ohne Gewissen auf dem Geschichtslehrerforum: hier.

 

Last update 21.10.2010

Im Vorfeld des 9. November ver├Âffentlicht die Bundeszentrale f├╝r politische Bildung ein umfangreiches Themendossier online zur sog. “Reichskristallnacht” 9./10.11.1938: hier.

 

Last update 5.9.2010

Er├Âffnung der neuen Synagoge in Mainz am 3.9.2010. - Siehe dazu die Webseite der J├╝dischen Gemeinde Mainz.

 

Last update: 3.8.2010

Forscher entziffern j├╝dische Grabinschriften. Spiegel Online Wissenschaft ├╝ber die Arbeit des Ludwig Salomon Steinheim-Instituts auf dem j├╝dischen Friedhof von Worms.

200. Geburtstag von Abraham Geiger am 24.5.: Links dazu auf unserer Seite 1789-1914

 

Last update: 23.5.2010

 

Leider eine betr├╝bliche Meldung zum aktuellen Geschehen: Auf die Raschi-Synagoge in Worms wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag 16./17.5. ein Brandanschlag mit Brandbeschleunigern an mehreren Stellen ver├╝bt. Anwohner haben das Feuer jedoch fr├╝hzeitig bemerkt, weswegen es von der Feuerwehr fr├╝hzeitig gel├Âscht werden konnte: N├Ąheres auf den Seiten der Wormser Zeitung und von rp-online. Ein vor Ort gefundenes Bekennrschreiben stellt den Anschlag als gegen Israel gerichtet dar.

 

 

Last update: 29.4.2010

Bild von K├Ânig David in der Erfurter Mikwe entdeckt. Bericht auf Arch├Ąologie Online.

In der Endphase des Baus bzw. Umbaus der Erfurter Mikwe im 13. Jh. wurde offenbar im Bereich des Tauchbeckens eine Reliefskulptur ├╝bert├╝ncht, die als Portr├Ąt K├Ânig Davids identifiziert wird. Ein einmaliger Fund, der wahrscheinlich im 13. Jh. unter das Bilderverbot geriet. Die Freilegung dieser Skulptur hilft jedoch das Alter der ersten Phase der Mikwe genauer zu bestimmen, und zwar auf die erste H├Ąlfte des 12. Jh. Damit r├╝ckt Erfurt als Sitz einer j├╝dischen Gemeinde in den Kreis der ├Ąltesten j├╝dischen Gemeinden des Mittelalters auf, mit anderen Mikwen in K├Âln, Worms und Speyer.

 

 

Last update: 29.3.2010

Digita - Deutscher Bildungsmedienpreis 2010 (hier) f├╝r H├ľRPOL Berlin (hier) - - Erinnerungen f├╝r die Zukunft

H├ľRPOL  ist eine Audiof├╝hrung durch Berlin-Mitte, ├╝ber J├╝dische Geschichte, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit f├╝r Jugendliche von 14 bis 21 Jahren (Schulklassen 9 - 13 aus allen Schultypen, Klassenfahrten)

 

Ausgerechnet Deutschland!
J├╝disch-russische Einwanderung in die Bundesrepublik
Ausstellung des J├╝dischen Museums Frankfurt
12. M├Ąrz – 25. Juli 2010
Startseite des Museums mit ├ľffnungszeiten usw.: hier
Weitere Infos: hier

Bericht der FAZ zur Ausstellung anl├Ąsslich der Er├Âffnungsveranstaltung: hier und Kommentar: hier

Dazu passt auch der bei HSozKult herausgekommene Tagungsbericht ├╝ber das Kolloquium Angekommen? Sechs Jahrzehnte j├╝dischen Lebens im Nachkriegsdeutschland. 06.12.2009-07.12.2009, M├╝nchen - hier

*

Die Bibliothek der ehemaligen j├╝dischen Gemeinde von Ostberlin ist mit 10.000 B├╝chern ins Moses Mendelssohn Zentrum nach Halberstadt umgezogen, Bericht in der Mitteldeutschen Zeitung Online vom 1.3.2010.

*

“Die Hansestadt ist in die erste Riege der internationalen Institute zur Erforschung der deutsch-j├╝dischen Geschichte aufgestiegen: Die Leiterin des Hamburger Instituts f├╝r die Geschichte der deutschen Juden, Professor Stefanie Sch├╝ler-Springorum, ist zur Vorsitzenden der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Instituts in Deutschland gew├Ąhlt worden.” berichtet die Welt-Online aus Hamburg am 8.3.2010.

 

 

Last update: 13.2.2010

“Hamburg wird Zentrum der internationalen Forschung ├╝ber deutsch-j├╝dische Geschichte” - So titelt Hamburg Business-On.de eine Meldung zum Leo Baeck Institut vom 5.2.2010.

Vortr├Ąge zur j├╝dischen Geschichte und Kultur an der Universit├Ąt Bonn im Mai und Juni. - Eine gemeinsame Veranstaltung des Katholischen Bildungswerks mit der Gesellschaft f├╝r Christlich-J├╝dische Zusammenarbeit in Bonn, dem Evangelischen Forum Bonn, der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis An Sieg und Rhein und dem Studium universale der Universit├Ąt Bonn. N├Ąheres auf der Seite des Erzbistums K├Âln.

In einer Schweizer Lokalzeitung war es offenbar kein Problem einen antisemitischen Artikel der schlimmsten Art (Berufung auf die “Protokolle der Weisen von Zion” u.├Ą.) zu ver├Âffentlichen. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund hat dagegen Anzeige erstattet. Siehe auf der Website des SIG.(Nachricht vom 5.2.).

Im Nachtrag zum Holocaust-Gedenktag vom 27. Januar stellt der Vorsitzende des Aktiven Museums Spiegelgasse in Wiesbaden fest, dass das Gedenken an den Holocaust die Erinnerung an die (vorangegangene) j├╝dische Geschichte zu Unrecht ├╝berschattet. Ein Interview in der Frankfurter Rundschau vom 13.2. (hier).

 

 

Last update: 18.12.2009

Rezension zu: R. Kie├čling u.a. (Hrsg.): J├╝dische Geschichte im Alten Reich 1300-1800, Berlin, Akademie-Verlag 2007, erschienen 2009 auf H-Net (siehe: hier).

Info auf der Website des Goethe-Instituts, November 2009:  Geschichte aus dem Kopfh├Ârer – ÔÇ×H├Ârpol“, ein Audio-Rundgang durch die Stra├čen Berlins (siehe: hier).

Judentum in Deutschland. Ein Beitrag von Prof. Micha Brumlik (online hier) im Newsletter von Lernen aus der Geschichte (homepage: hier) vom 16.12.2009 zum Thema ÔÇ×Neubeginn und Migration. Ju╠łdisches Leben nach 1945“ (zum download des gesamten Newsletters: hier)

 

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