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Chanukka-LeuchterChanukka-Leuchter Frankfurt a.M. 1680 - JŘdisches Museum Frankfurt

© J├╝disches Mus. Frankfurt

AG Deutsch-J├╝dische Geschichte

im

Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer


Deutsc
hlands (VGD)

Mittelalter 3.2.

Thema:
Koexistenz und Konfrontation zwischen Christen und Juden in der mittelalterlichen Stadt.

1. Die Judengasse: Kein Ghetto... - Teil 2.
Hier mit den Beispielen Erfurt und Stra├čburg. -

Im Anschluss: Weitere Links zum Thema

Teil 1 auf Mittelalter 3.1. mit den Beispielen: K├Âln, Worms, Speyer, Frankfurt am Main.

Judengasse: Kein Ghetto... - Teil 2

Die falsche Vorstellung vom mittelalterlichen Ghetto findet sich in allen Schulb├╝chern - und nicht nur da -, und sei es, dass nur zwischen “Judengasse” und “Ghetto” nicht recht unterschieden wird (siehe ein Beispiel auf unserer Seite Fr├╝he Neuzeit). Einigen Zitaten g├Ąngiger Klischees vom “mittelalterlichen Ghetto” wurde auf unserer Seite Mittelalter 3.1. die historische Realit├Ąt anhand der Beispiele K├Âln, Worms, Speyer und Frankfurt am Main gegen├╝bergestellt.

 

Erfurt

Im Schatten des rheinischen Judentums im fr├╝hen Mittelalter sind die Vorposten j├╝discher Siedlung im Osten wenig bekannt: F├╝r Magdeburg werden j├╝dische Kaufleute bereits im Jahr 965 erw├Ąhnt (siehe u.a. in dem Aufsatz von Ursula Homann ├╝ber die Juden in Sachsen-Anhalt), die erste Synagoge in Erfurt konnte auf das Jahr 1094 datiert werden.

Der nachfolgende Beitrag der  Alten Synagoge Erfurt, Museum und st├Ądtische kulturelle Einrichtung, Teil des Netzwerks J├╝disches Leben in Erfurt,  gibt einen ├ťberblick ├╝ber die mittelalterliche Geschichte der j├╝dischen Gemeinde. An der Siedlungsstruktur wird hier besonders deutlich, dass das j├╝dische Viertel kein Ghetto war.

Bild 1:
Das r├Âmisch-deutsche Reich zur Zeit der s├Ąchsisch-fr├Ąnkischen Kaiser 911 bis 1137(Auszug: nord├Âstlicher Teil)

Karte aus dem Atlas zur Geschichte des deutschen Volkes f├╝r Mittelschulen von Carl Keppel, Hof (B├╝ching) 1870.

Mit freundlicher Genehmigung des Georg-Eckert-Instituts / Digitale Schulbuch-Bibliothek (zum Schulatlas 1870: hier)

 

Karte_Deutschland_bis_1137

Das mittelalterliche j├╝dische Quartier befand sich im Zentrum von Erfurt, im Viertel um das Rathaus, die Michaelisstra├če und die Benediktikirche. Es handelt sich hierbei um ein Viertel, in dem zahlreiche Juden, jedoch auch Christen lebten und das kein abgeschlossenes Viertel innerhalb der Stadt darstellte. Die Alte Synagoge bildete seit ihrer Entstehung im sp├Ąten 11. Jahrhundert den Mittelpunkt des Quartiers. Die zentrale Lage der Synagoge ist neben der Datierung des Baus auf das Jahr 1094 ein wichtiger Hinweis auf eine fr├╝he j├╝dische Ansiedlung in Erfurt.

Innerhalb dieses Viertels lagen neben der Synagoge auch das j├╝dische Ritualbad, die Mikwe, und das Tanzhaus. Der mittelalterliche Friedhof, neben Synagoge und Mikwe wichtigste Einrichtung einer j├╝dischen Gemeinde, lag au├čerhalb des von Juden bewohnten Bereichs, wie es der Ritus vorschreibt.

Wie in anderen mittelalterlichen St├Ądten - etwa Frankfurt am Main oder Speyer - lag das j├╝dische Quartier zentral mitten in Erfurt. Zugleich war es eine der besten Wohnlagen der Stadt. Erfurt war in dieser Zeit aufgrund der Lage an der via regia, einer wichtigen Ost-West-Verbindung, sowie dem Handel mit Waid, dem einzigen im Mittelalter bekannten Blauf├Ąrbemittel, eine der gr├Â├čten und reichsten St├Ądte Europas. Gro├če, bereits mit Steinh├Ąusern bebaute Grundst├╝cke pr├Ągten einen Teil des Viertels.

Copyright Papenfuss-Atelier/Alte Synagoge Erfurt

Bild 2: Alte Synagoge Erfurt
Die Alte Synagoge stammt in ihrem ├Ąltesten Mauerabschnitt aus dem sp├Ąten 11. Jahrhundert und ist somit der ├Ąlteste Nachweis von j├╝dischem Leben in Erfurt.
© Foto: Westfassade, Papenfuss - Atelier f├╝r Gestaltung (Kontakt: Alte Synagoge Erfurt)

 

Nur um das j├╝dische Ritualbad, die Mikwe, herum, nahe am Fluss, wo man dem Gestank des Gew├Ąssers und der Hochwassergefahr ausgesetzt war, waren die Grundst├╝cke kleiner, war die Besiedlung dichter. (Zur Mikwe siehe hier).

Das j├╝dische Viertel lag in Erfurt zentral zwischen Rathaus und Michaelisstra├če. Neben der Synagoge und der Mikwe ist hier der Fundort des Erfurter Schatzes eingetragen. Dieser wurde w├Ąhrend des Pogroms von 1349 von einem j├╝dischen Kaufmann verborgen und 1998 bei Bauarbeiten entdeckt.

Eine schematische ├ťbersicht ├╝ber die Lage des j├╝dischen Viertels gibt es als pdf-Download. © B├╝ro Albrecht von Kirchbach (Kontakt: Alte Synagoge Erfurt)

Bild 3: Stadtplan vor 1349
Der Stadtplan zeigt das j├╝disch-christliche Neben- und Miteinander vor dem Pogrom von 1349. J├╝dische Bewohner bzw. Eigent├╝mer sind blau, christliche rot eingetragen. Die intensiven Forschungen, die diesen Plan erm├Âglichten, gehen auf Dr. Thomas Nitz vom Th├╝ringischen Landesamt f├╝r Denkmalpflege und Arch├Ąologie zur├╝ck.
© Plan: B├╝ro Albrecht von Kirchbach (Kontakt: Alte Synagoge Erfurt)

Copyright B├╝ro Albrecht von Kirchbach / Alte Synagoge Erfurt

Der “Erfurter Schatz” wurde 1998 bei Ausgrabungen gefunden und umfasst ├╝ber 3000 M├╝nzen und mehr als 700 weitere Einzelst├╝cke (Schmuck u.a.), siehe dazu auf der Website zur Ausstellung in der Alten Synagoge, vgl. auch auf Wikipedia.

Die auf dem Plan eingetragenen Namen zeigen die urkundlich nachgewiesenen Besitzer bzw. Bewohner des Viertels (blau = j├╝disch, rot = christlich). Nicht bei allen ist eindeutig zu entscheiden, ob es sich um Juden oder Christen handelt, und nicht alle Besitzer sind zu belegen. Dies zeigen die L├╝cken in der Kartierung. Es wird dennoch deutlich, wie eng Christen und Juden w├Ąhrend der Zeit der ersten j├╝dischen Gemeinde zusammenwohnten.

Auffallend ist, dass sich die von Juden bewohnten Hausst├Ątten in der Zeit vor dem Pogrom von 1349 in ihrer Gr├Â├če stark unterscheiden. So steht der sehr dicht besiedelte Bereich rund um die Mikwe im Gegensatz zu den offenbar sehr gro├čz├╝gigen Grundst├╝cken an der Michaelisstra├če. Dieser Unterschied beruht sicher darauf, dass an der Michaelisstra├če, einem der Haupthandelswege, wohlhabende Menschen lebten, w├Ąhrend im r├╝ckw├Ąrtigen Bereich eher ├Ąrmere Leute wohnten – hier wie dort Juden und Christen nebeneinander.

Im M├Ąrz 1349 wurde die erste mittelalterliche j├╝dische Gemeinde zu Erfurt durch ein Pogrom vollst├Ąndig ausgel├Âscht. Die Pest erreichte die Stadt erst im darauf folgenden Jahr, als keine Juden in Erfurt lebten.

W├Ąhrend des Pogroms wurden bereits ├╝ber 100 Juden get├Âtet, bei dem Versuch, sich zu verteidigen. Als die Lage aussichtslos wurde, zogen sich die ├ťberlebenden in ihre H├Ąuser zur├╝ck und z├╝ndeten sie an. So kamen wohl an die 900 Juden in den Flammen um. Das gro├če Feuer zerst├Ârte das Viertel um die Synagoge. Zahlreiche H├Ąuser und auch der Dachstuhl der Synagoge brannten nieder.

Nach dem Pogrom erkl├Ąrte der Erfurter Rat j├╝dischen Besitz zu seinem Eigentum und nahm die H├Ąuser und Grundst├╝cke von den ermordeten Juden in seinen Besitz. Er verkaufte die Synagoge an einen Kaufmann, der sie in ein Lagerhaus umnutzte. Aber auch j├╝dische Wohnh├Ąuser baute der Erfurter Rat teilweise f├╝r andere Zwecke um: So entstand an der Michaelisstra├če das st├Ądtische Waagegeb├Ąude. Verschiedene ehemals j├╝dische Anwesen zog der Rat offenbar zur Erweiterung des Rathauses und des st├Ądtischen Marstalls ein.

1354 kam es zur bewussten Wiederansieldung einer j├╝dischen Gemeinde durch den Erfurter Rat. Hierbei handelte es sich um eine gezielte Ansiedlung von Juden in st├Ądtischen Bauten ÔÇ×hinter dem Rathaus“. Die Juden, die sich wenige Jahre nach dem Pogrom in Erfurt niederlie├čen, stammten vor allem aus Mitteldeutschland, B├Âhmen und Schlesien. Der Rat f├Ârderte deren Ansiedlung mit dem Bau von Reihenmieth├Ąuser an der Gera. Im Jahr 1357 lie├č der Rat auch eine neue Synagoge errichten, da er die Alte Synagoge bereits verkauft hatte.

Bild 4: Stadtplan nach 1354
1354 kam es zur bewussten Wiederansieldung einer j├╝dischen Gemeinde durch den Erfurter Rat. Hierbei handelte es sich um eine gezielte Ansiedlung von Juden in st├Ądtischen Reihenh├Ąusern ÔÇ×hinter dem Rathaus“.
©
Plan: B├╝ro Albrecht von Kirchbach; Foto: Alte Synagoge Erfurt

Copyright Alte Synagoge Erfurt

Die Wohnsituation innerhalb der Stadt wandelte sich jedoch komplett - wie man auf dem Plan erkennen kann: Auff├Ąllig sind die kleinen Grundst├╝cke, die f├╝r die j├╝dische Ansiedlung festgelegt wurden: Juden bewohnten Reihenh├Ąuser, die christlichen Nachbarn wohnten auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite. Ein nachbarschaftliches Neben- bzw. Miteinander l├Ąsst sich hier nicht mehr erkennen.

Die neu errichtete Synagoge lag in unmittelbarer Nachbarschaft der Wohnh├Ąuser. Nur die alte Mikwe an dem Fluss Gera wurde weiter genutzt. Auch der Friedhof au├čerhalb des Viertels diente weiter als Ort f├╝r Bestattungen.

Durch starken Zuzug vergr├Â├čerte sich die j├╝dische Siedlung sehr schnell ├╝ber den schmalen Bereich "hinter dem Rathaus" hinaus. Die Ausdehnung erreichte in etwa wieder die Gr├Â├če w├Ąhrend der Zeit vor dem Pogrom von 1349. Doch Antijudaismus und hohe Steuerlast f├╝hrten zur Abwanderung von Juden auf das Land und in Richtung Mittelosteuropa. 1453 k├╝ndigte der Stadtrat den Judenschutz. Zu diesem Zeitpunkt scheinen bereits keine Juden mehr in Erfurt gelebt zu haben. Die zweite mittelalterliche Synagoge wurde zum st├Ądtischen Zeughaus, ein gro├čer Stadtbrand von 1736 vernichtete das Geb├Ąude. Das j├╝dische Tauchbad wurde verf├╝llt und als Keller der Wohnbebauung an der Gera genutzt.

© Text: Alte Synagoge Erfurt.


Stra├čburg

Die j├╝dische Geschichte Stra├čburgs ist wie die historische Bedeutung der Stadt selbst an den Rand der Erinnerungs- kultur gedr├Ąngt worden durch die j├╝ngere Geschichte seit dem 17. Jh. und v.a. die von 1871-1945. An die  historische Bedeutung der Stadt f├╝r die deutsche Geschichte des Mittel- alters und der Fr├╝hen Neuzeit zu erinnern erscheint wie eine deutsch-nationale Vereinnahmung der Vergangenheit - “deutsches Erbe”, “deutscher Boden” usw. Doch das muss es nicht. Die Angst vor solchen Reflexen hat Stra├čburg und die Regionen Elsass und Lothringen zu Unrecht in unserem historischen Bewusstsein an den Rand gedr├Ąngt, denn es war lange an der Rheinlinie ein Kernland der Reichsgeschichte.

Stra├čburg war mit 30.000 Einwohnern im 13. Jh. [1] die zweit- gr├Â├čte Stadt Deutschlands , nach K├Âln, und dem entsprach auch ihr Steueraufkommen, das der j├╝dischen Gemeinde war sogar seit 1241 bis zum Pestpogrom das h├Âchste im Reich [2]. Die Urspr├╝nge der j├╝dischen Gemeinde bleiben allerdings weitgehend im Dunkeln mangels ├╝berlieferter aussage- kr├Ąftiger Dokumente. Stra├čburger Juden werden im Zusammenhang der Judenverfolgungen des 2. Kreuzzugs 1149 erw├Ąhnt, als sie aus der Stadt fl├╝chten mussten. [3] Der ├Ąlteste Grabstein datiert aus der Zeit danach, in der Inschrift f├╝r die Verstorbenen, Rabbi Menachem, Sohn des Rabbi Samuel,  und seiner Frau Rachel, Tochter des Rab Jehonatan, ist vom Bau der Synagoge die Rede, f├╝r den Rachel f├╝nf Goldgulden, eine erhebliche Summe, gestiftet hat.  Um 1200 muss es schon eine stattliche Gemeinde gegeben haben, die von der Stadt mit Rechten und Pflichten ausgestattet wurde und deren Mitglieder im Handel t├Ątig waren, die andernorts auch. Ende des 12. Jh.s wird auch ein j├╝discher Wohnbezirk erw├Ąhnt, die sp├Ąter so genannte Judengasse, wo allerdings nicht nur Juden wohnten, da sowohl der Stadtrat als auch die Kirche dort “inter Judeos” H├Ąuser besa├čen, verkauften, verschenkten usw., noch 1292 verkauft das Domkapitel ein neben der Synagoge gelegenes Haus. [4]. Die Mikwe, das Judenbad, das nach dem Ende der j├╝dischen Gemeinde Stra├čburgs der Gasse ihren Namen gab (Zum Judenbad), wurde erst in den 1990er Jahren durch Ausgrabungen in den Fundamenten der heutigen H├Ąuser neu entdeckt. (Le Bain rituel juif de Strasbourg).

Nichts k├Ânnte deutlicher zum Ausdruck bringen, wie eng nicht nur Christen und Juden zusammen lebten, sondern wie eng v.a. die Beziehungen des Bischofs und des Domkapitels zu den Juden waren, 1292 d├╝rften sich diese Beziehungen allerdings schon abgek├╝hlt haben und vielleicht ist der Hausverkauf ja in diesem Zusammenhang zu sehen, da zu jenem Zeitpunkt bereits die Ecclesia-Synagoga-Figuren am S├╝dportal des M├╝nstern aufgestellt waren, Ausdruck dessen, dass die Kirche in jener Zeit allgemein die religi├Âsen Judenkritik intensivierte.

Rue des Juifs2

Die Judegass - Rue des Juifs heute.
In einer Stra├če hinter dem M├╝nster / der  Kathedrale gelegen, 
entsprach sie einer typischen Lokalisierung des
j├╝dischen Viertels im Mittelalter.

Rue des Juifs1

© alle Fotos:
W. Geiger

[1] Cf. Emil von Borries: Geschichte der Stadt Stra├čburg, Stra├čburg, 1909, S. 59.
[2] Cf. A[lfred] Glaser: Geschichte der Juden in Stra├čburg, Bd. 1, Stra├čburg (Imprimerie fran├žaise), 1924, S. 53.
[3] a.a.O., S. 16.
[4] a.a.O., S. 20-23.

Auszug_Karte_Stra├čburg1885
Rue br├╗l├ęe 1
Rue des Juifs4
Windrose Plan Stra├čburg

Auszug aus dem Stadt- plan in Meyers Konversa- tionslexikon 1888

Wikimedia Commons

Rue des Juifs3

Im Hinterhofbereich an der Ecke der Kreuzung der Rue des Juifs mit der Rue des Charpentiers (auf der Karte nicht benannt) gibt es noch die (├Âffentlich nicht zug├Ąngliche) alte Mikwe, das Judenbad, das mit der alten Synagoge verbunden war. Der moderne Wohnkomplex hei├čt heute noch Cour du Bain des Juifs. Eine Gedenktafel erinnert daran.

Dans ce secteur se trouvait
le centre de la communaut├ę
juive m├ęd├ęvale. Avant le
massacre de 1349 la synagogue
se situait au N┬░15 puis au N┬░30
et le bain rituel au N┬░19.

© alle Fotos:
W. Geiger

In der Verl├Ąngerung der sich nord├Âstlich der Kathedrale erstreckenden Judengasse - mit der vorangehenden Spie├čgasse (Rue des Hallebardes) auf der Achse der alten r├Âmischen Via Praetoria liegend - gelangt man zur mittelalterlichen Stadtgrenze am Fluss Ill,  der die Altstadt in mehreren Armen umrundet, wo der Judenstej (Judensteg, auf der Karte Judenbr├╝ckchen) den Fluss ├╝berbr├╝ckt an der Stelle des ehem. Judentors (Porte des Juifs), das im Notfall zu bewachen den Juden f├╝r die Stadtverteidigung auferlegt worden war.

Parallel dazu und beim Fluss auf die Verl├Ąngerung der Judengasse einbiegend liegt die Brandgasse (Rue br├╗l├ęe), die nach einer popul├Ąren Erkl├Ąrung in Erinnerung an das Judenpogrom 1349 so benannt wurde, weil dort die Juden der Stadt verbrannt worden sein sollen . Tats├Ąchlich trug die Gasse aber schon 1312 ihren Namen und hat somit nichts mit dem Pogrom zu tun.* Die Verbrennung der Juden hat h├Ątte auch nicht innerhalb der Stadtmauern stattfinden k├Ânnen. Den Urkunden zufolge fand dies auf dem j├╝dischen Friedhof, “in irme kirchofe uf eime hultzin ger├╝ste”** , statt, der auf der anderen Seite des Flusses gelegen war und zu dem der Judensteg f├╝hrte.

* cf. Adolph Seyboth: Das alte Stra├čburg - vom 13. Jahrhundert bis zum Jahre 1870. Geschichtsliche Topographie nach den Urkunden und Chroniken. Stra├čburg (Heitz & Mundel) 1890,, S. 20.

** [G. F. Schutzenberger:] Code historique et diplomatique de la ville de Strasbourg, t. 1,1, Strasbourg 1843, S. 134.  (Twinger von K├Ânigshofen, ca. 1400/1415).

W. Geiger

Judestej1
Judestej2

Das Thema wird weiter erg├Ąnzt...

Weitere Links zum Thema (im Aufbau):

Wir versuchen hier Links zu Webseiten zu setzen, die die mittelalterliche j├╝dische Geschichte nicht in den bekannten Klischees darstellen.

Eine Interessante Website, gemeinsames Projekt der Stadtbildstelle  und des Eichendorff-Gymnasiums in Koblenz, pr├Ąsentiert sehr gut auf vielf├Ąltige Weise das mittelalterliche j├╝dische Viertel von Koblenz im historischen Kontext: hier.

 

Wird erg├Ąnzt...

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