Web Design
Chanukka-LeuchterChanukka-Leuchter Frankfurt a.M. 1680 - Jüdisches Museum Frankfurt

© JĂŒdisches Mus. Frankfurt

AG Deutsch-JĂŒdische Geschichte

im

Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer


Deutsc
hlands (VGD)

Naher Osten

(im Aufbau)                                                                              Update 28.11.2023

Der Nahe Osten ist uns auf vielfĂ€ltige Weise nah, nicht nur geopolitisch, sondern vor allem auch historisch durch die Verbindung mit der GrĂŒndung und Geschichte Israels und durch persönliche Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis, die sich daraus ergeben. Aus aktuellem Anlass und aus diesen GrĂŒnden entsteht daher diese neue Seite.

Löwentor_Relief

Namensgebendes Relief am Löwentor in Jerusalem, Ostteil der Stadt, Ausgang zum Ölberg.
(c) Foto W. Geiger, 2013
Zum vollstĂ€ndigen Foto des Tores auf das  Bild klicken .

    >>ErklĂ€rung des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer  Deutschlands zum Terroranschlag der Hamas vom 7. Oktober und  israelbezogenem Antisemitismus in Deutschland

Übersicht

1. Aktuell: Terroristischer Angriff der Hamas auf Israel und Massaker an MĂ€nnern, Frauen und Kindern.
 Hinweise zum aktuellen Geschehen und damit verbunden zur Geschichte des Nahostkonflikts, seinen Folgen und Auswirkungen hierzulande, israelbezogenem Antisemitismus...

2. Historisch: Links und Infos zur Geschichte Israels und PalÀstinas und zum Nahostkonflikt

  • >>Verweis auf die umfangreiche Darstellung auf www.geschichslehrerforum.de
  • >>Webseiten mit Analysen und Dokumenten zur Geschichte und AktualitĂ€t
    mit (kritischen) Kommentaren
    • >>Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung / Landeszentralen
    • >>Andere Webseiten
  • >>Angebote fĂŒr Schule/Unterricht (Videos und Materialien)

3. Handreichung: Israel, Nahostkonflikt und israelbezogener Antisemitismus. Orientierung zum pÀdagogischen Handeln mit Bezug zum Geschichtsunterricht
auf der >>nÀchsten Seite


1. Aktuell:
Terroristischer Angriff der Hamas auf Israel und Massaker an MĂ€nnern, Frauen und Kindern.

Hinweise zum aktuellen Geschehen und damit verbunden zur Geschichte des Nahostkonflikts, seinen Folgen und Auswirkungen hierzulande, israelbezogenem Antisemitismus...

     

Auswahl von Internetseiten (z.T. kommentiert)

AktualitÀt in Israel und im Nahen Osten seit dem 7.10.2023

  • Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 >Wikipedia
  • Newsblog zum Krieg im Nahen Osten: >Deutschlandfunk
  • Israel-Hamas conflict: Timeline and key developments >ABC News
  • Confirming the worst Hamas atrocities: Inside Israel’s Center for the Identification of the Dead >Haaretz15.10.23
  • Video (6’45): Die Strategie der Hamas: Macht durch Chaos. >Arte Mediathek
    Mit RĂŒckblick auf Gaza seit der MachtĂŒbernahme der Hamas
    Weitere Dokus auf Arte: >ÜbersichtIsrael und PalĂ€stina: aus Konflikt wurde Krieg
  • Video (16’53): Krieg und Terror in Israel - Chronik eines endlosen Konflikts. >ARD Mediathek
    Mit RĂŒckblick auf den Konflikt seit RĂ€umung des Gaza-Streifens durch Israel und Überblick seit 1947
  • WĂ€hrend Israel schlief: Chronik einer tödlichen TĂ€uschung >Der Standard
  • Desinformation auf Social Media: Gaza-Fakes - Diese LĂŒgen lassen sich entlarven >zdfheute
  • Geschichte der Hamas: Herrschaft mit Geheimstrukturen, Joseph Croitoru, 21.10.23 >taz
     
  • Kleines Lexikon des Nahostkonflikts. von Laura Gabler, Manon Priebe, Majd El-Safadi, 7.11.2023 (wird aktualisiert) >FAZ
    Gute Übersicht in Form eines Lexikons, auch wenn es nicht vollstĂ€ndig sein kann,  ĂŒber Geschichte und AktualitĂ€t des Nahostkonflikts mit sehr guten Karten!
     
  • Geschichte des Nahostkonflikts: In heiligen Angelegenheiten kann niemand nachgeben, von Rainer Hermann, 8.11.2023 >FAZ (Bezahlseite, 30 Tage gratis)
    Der Artikel erschien am 5.11. in der Frankfurter Allgemeinen am Sonntag unter dem Titel: Ein kurze Geschichte des Nahostkonflikts und ist auch so bei der Online-Suche unter beiden Titeln indiziert.
    Der Autor berichtet, dass schon Herodot von
    PalĂ€stina schrieb, vermutlich als erster, dem Land der Philister, und geht zurĂŒck auf biblische Zeiten: Den Kampf zwischen David, dem Israeliten, und Goliath, dem Philister, stellt der Autor als den “ersten Kampf zwischen einem Israeliten und einem PalĂ€stinenser” dar. Die Gleichsetzung der Philister mit den PalĂ€stinensern, nur weil der Name PalĂ€stina in der Antike von dem der Philister entlehnt wurde, ist vollkommen unsinnig. Gewiss heißt es dann sehr richtig, dass beide, Israeliten und Philister Einwanderer waren, letztere als Teil der in Ă€gyptischen Quellen im 13. Jh. v. Chr. als “Seevölker” benannten Eroberer, aber damit wird trotzdem suggeriert, dass es einen 3000 Jahren alten Konflikt bis heute gebe, den es in dieser Spannweite und quasi als KontinuitĂ€t aber nicht gab.
    FĂŒr die spĂ€te osmanische Zeit zeichnet der Autor einen starken Wirtschaftsaufschwung ab ca. 1850:
    “Der Export von Agrarprodukten wuchs, es wurde Wohlstand geschaffen, eine Klasse palĂ€stinensischer Großgrundbesitzer entstand.” Damit entsteht der Eindruck, der Grund und Boden in der Provinz PalĂ€stina (arab. und tĂŒrk. Filastin) sein in einheimischer Hand gewesen, das stimmt jedoch nur zum Teil: Großer Landbesitz war in der Hand auswĂ€rtiger arabischer und tĂŒrkischer Großgrundbesitzer, die im syrischen Raum nördlich davon lebten. Es gab damals auch keine palĂ€stinensische IdentitĂ€t im modernen Sinne, die Menschen verstanden sich als Araber und die regionale Identifikation war Syrien, zu dem Filastin auch gehörte. Die Frage der wirtschaftlichen Situation in ein großes Politikum im politisch-historischen Streit, da eine Selbstlegitimation des Zionismus von Anfang an  die wirtschaftliche Entwicklung war. Die Expansion des Anbaus von CitrusfrĂŒchen in der Gegend um Jaffa fĂŒr den Export begann in der Tat um 1850, aber das ist nicht rerprĂ€sentativ fĂŒr das ganze Land. Konsultiert man Beschreibungen des Landes aus jener Zeit, etwa in den frĂŒhen Baedeker-ReisefĂŒhrern, so wird kein prosperierendes Land beschrieben
    Zum Zionismus heißt es dann: “
    Herzl griff die Formel auf: „Ein Land ohne Volk fĂŒr ein Volk ohne Land“, wobei der erste Teil
    nicht der Wirklichkeit entsprach.” Das tat Herzl jedoch nicht, der Slogan breitete sich langsam erst kurz vor dem Tode Herzls (1904) aus und inspirierte nicht als Parole die GrĂŒndung des Zionismus. Trotzdem stimmt es, dass die Frage der in PalĂ€stina lebenden Bevölkerung bei den frĂŒhen Zionisten keine sonderliche Beachtung fand.
    Mit der Formel
    “Eine Wirtschaftskrise zwang palĂ€stinensische Bauern, ihr Land zu verkaufen”, wird der formelle, aber unfreiwillige Verkauf von Land zu einer Variante des “Landraubs”. TatsĂ€chlich verkauften nachweisbar zuerst die Großgrundbesitzer und in einer spĂ€teren Phase auch Kleinbesitzer (Fellacher), aber nicht im genannten Sinne aus existenziellem Zwang, sondern, weil durch die Nachfrage die GrundstĂŒckspreise sich seit Ende des 1. Weltkriegs vervielfacht hatten. (Zur Landraub-These vgl. W. Geiger: Der Nahe Osten und wir - siehe unten, S. 4ff.)
     
  • MEMRI The Middle East Media Research Institute ist ein in Washington beheimatetes Institut, das die Medien in der arabisch-islamischen Welt zu den existierenden Konflikten und v.a. zum Nahostkonflikt auswertet, Videos zeigt oder transkribiert und englische Übersetzungen dazu liefert. Ihm wird eine proisraelische Haltung vorgeworfen, die Übersetzungen wurden aber bislang als korrekt qualifiziert (siehe >Wikipedia). Hier sei auf ein mehrfach auch anderweitig bestĂ€tigtes TV-Interview mit Ghazi Hamad in einem libanesischen Sender hingewiesen. einem der “senior leaders” der Hamas, weiterhin Mitglied in deren FĂŒhrungsgremium, vom 24.10.23, in dem dieser “weitere 7. Oktober” und den Kampf bis zum Tod Israels ankĂŒndigt.
    Hamad erklĂ€rt in dem Video: “Wir werden den Angriff vom 7. Oktober wiederhlen, immer und immer wieder, bis Israel vernichtet ist. Wir sind die Opfer, alles, was wir tun ist gerechtfertigt. [...] Am 7. Oktober, 10. Oktober, am Millionsten Oktober, alles, was wir tun, ist gerechtfertigt.”
    Hamas Official Ghazi Hamad: We Will Repeat The October 7 >MEMRI
    Vgl. dazu Till Schmidts Interview mit einem langjÀhrigen israelischen Vertrauten von Ghazi Hamad vom 21.11.23 in >Zentrum Liberale Moderne.
     
  • Haaretz ist seit Jahrzehnten die links-kritische Tageszeitung Israels, die die Regierungspolitik einer scharfen Kritik unterzieht, ohne deswegen die Basis seriösen Journalismus’ zu verlassen, Information und Meinung werden unterschieden, ihr investigativer Journalismus ist analytisch, nicht propagandistisch, auch  wenn die  Grenzen dazwischen manchmal dĂŒnn sind.
    In einem >Editorial schrieb Haaretz am 15.10.23: “Settlers Are Trying to Drag Israel Into War in the West Bank” (nur fĂŒr Abonnenten zu lesen) und beschreibt darin, wie radikale Siedler den Gazakrieg ausnutzen, um mit Gewalt und Mord (ein Fall wird in einem Foto gezeigt und der Kontext berichtet, extra Artikel  >Haaretz) um palĂ€stinensische Bewohner in der nĂ€chsten Umgebung der Siedlungen zu terrorisieren und zu vertreiben bzw. auch dort einen bewaffneten Konflikt zu provozieren. Nach einer Untersuchung der israelischen Armee zu sechs TodesfĂ€llen, darunter fĂŒnf offenbar von Siedlern erschossenen PalĂ€stinensern, “sahen Soldaten maskierte MĂ€nner beim Verlassen des Dorfes auf einem GelĂ€ndewagen und Videos zeigen, wie sie in das Dorf hineinschießen.” >Haaretz

 

Folgen und Reaktionen in Deutschland (und in der Welt...):

  • Video-Botschaft des Vizekanzlers Robert Habeck zu Hamas,  Israel und Antisemitismus: >Video (9’40’’) / >Wortlaut auf JĂŒdische Allgemeine.
    Eine herausragende Rede in weniger als 10 Min. ĂŒber die ganze thematische Bandbreite vom Terror der Hamas ĂŒber das VerhĂ€ltnis Deutschlands zu Israel und israelbezogenen Antisemitismus hierzulande, die sofort zu Recht viel beachtet und gelobt wurde. Auf YouTube direkt im Anschluss ein >GesprĂ€ch auf Phönix mit dem Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke (7’09’’)
     
  • Schwerpunkt Nahost-Konflikt in der Tageszeitung >taz
  • Linker Antisemitismus: Linke ohne Leitplanken. Viele postkoloniale Linke weltweit stellen sich auf die Seite der PalĂ€stinenser. Manche verharmlosen oder bejubeln dabei den Terror. In Deutschland ist die linke Szene zerrissen, von Jean-Philipp Baeck und Christian Jakob, >taz
  • Jugend und Judenfeindschaft - Ist es nur Dummheit, oder ist es Bosheit? Junge Menschen in Deutschland und der ganzen westlichen Welt verteidigen die Hamas. Und verteufeln Israel. Warum nur? von Claudius Seidl, 25.10.23 >FAZ
  • Antisemitismus im Westen: Der Israel-Hass der ”Progressiven”, von Jochen Buchsteiner, 22.20.23 >FAZ
  • Heusgen, Guterres und all die anderen Relativierer der Hamas, von Michael Thaidigsmann >JĂŒdische Allgemeine
  • PalĂ€stinensischer Botschafter:”Seit wann ist es illegal, pro-palĂ€stinensisch zu sein?” Laith Arafeh im GesprĂ€ch mit Benjamin Hammer, >Deutschlandfunk
  • Das Leid der PalĂ€stinenser ist mit dem Leid Israels verwoben, von Khola Maryam HĂŒbsch, Podcast >Deutschlandfunk Kultur
  • PalĂ€stina “von der deutschen Schuld befreien”: Eine Botschaft von geschichtsklitternder ObszönitĂ€t, von Harry Nutt, 25.10.23, >Frankfurter Rundschau
  • Hamas und PalĂ€stinenser nicht in einen Topf werfen. GesrĂ€ch zwischen Meron Mendel und Alina Jabarine auf der Frankfurter Buchmesse, 20.10.23, >Journal Frankfurt
  • Linker Antisemitismus: Linke ohne Leitplanken, von Jean-Philipp Baeck und Christian Jakob, 28.10.2023 >taz
  • >Doppelkopf-GesprĂ€ch (als podcast verfĂŒgbar) im HR am 15.11.2023 mit Julia Bernstein, Antisemitismusforscherin, Autorin eines Buches zu Antisemitismus an Schulen (>Bernstein).
  • “Im VerstĂ€ndnis der SP sind stets die Rechten die Antisemiten” - Einst schwĂ€rmten Linke in Europa von Israel. Heute wĂŒrden unter dem Deckmantel des Anitzionismus judenfeindliche Ressentiments verbreitet, sagt die Historikerin Stefanie Mahrer. (SP = Sozialdemokratische Partei)
    Ein Interview mit der Historikerin in der Schweizer Zeitung Der Bund, das nicht nur fĂŒr Schweizer interessant ist
     
  • Interview mit Richard C. Schneider: “Draußen ist immer Gefahr.” Biographische Geschichte und AktualitĂ€t des Sohnes von Holocaust-Überlebenden und ARD-Reporters in Israel, >HR2 Freiheit Deluxe Sendung am 9.11.2023 ( podcast)
  • Interview mit Julia Bernstein: “Ich hatte in Israel ein sichereres GefĂŒhl als hier.” >HR2 Doppelkopf - GesprĂ€che mit Menschen, die etwas zu sagen haben, Sendung vom 15.11.2023 (podcast).

Wird ergÀnzt...

 

2. Historisch:
Links und Infos zur Geschichte Israels und PalÀstinas und zum NahostkonfliktMount_Herzl_1947

Wir verweisen hier zunĂ€chst auf eine ausfĂŒhrliche analytische Darstellung der Geschichte Israels und PalĂ€stinas seit dem Altertum bis zum Sechstagekrieg auf

 www.geschichtslehrerforum.de > Themen > Israel/PalĂ€stina - Nahostkonflikt
1. >Startseite mit weiterfĂŒhrenden Internetlinks und Literaturangaben
2. >Daten zur Geschichte Jerusalems, des Alten Israel und der Provinz PalÀstina vom Altertum bis zum Ende des Mittelalters
3. >PalÀstina vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg
4. >Nach dem Zweiten Weltkrieg: UN-Teilungsplan, GrĂŒndung Israels und die Folgen bis nach dem Sechstagekrieg
5. Der Nahe Osten seit dem Sechstagekrieg bis zur Ermordung Rabins

Alle Seiten enthalten eine ausfĂŒhrliche Chronologie, Verlinkungen zu interessanten Webseiten, sowie Teil 3 und 4 zusĂ€tzliche spezifische Analysen mit Quellen.

Hingewiesen sei ferner auf:
Wolfgang Geiger:
Der Nahe Osten und wir. Zwischen Freundschaft, StaatsrĂ€son, SĂŒhne und Anklage: Das gespaltene VerhĂ€ltnis der Deutschen zu Israel. Vortrag im Hygiene-Museum in Dresden am 14.4.2015. Veranstaltet von der Gesellschaft ĂŒr Christlich-JĂŒdische Zusammenarbeit Dresden in  Kooperation mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden. 
>>academia.edu

 

Webseiten mit Analysen und Dokumenten zur Geschichte

Stele der Ausstellung auf dem Herzl-Berg in Jerusalem, Thema: UN-Vollversammlung vom 29.11.1947 ( Teilungsbeschluss fĂŒr PalĂ€stina), mit Zitat von Chaim Weizmann. Foto (c): W. Geiger, 2011.
Zum vollstÀndigen Foto aus das Bild klcken.


und AktualitÀt:
mit (kritischen) Kommentaren

Die Wikipedia-Seiten sind durchweg empfehlenswert und werden hier nicht extra aufgefĂŒhrt.Mount_Herzl_1947b

>Deutscher Bundestag (Wissenschaftliche Dienste): Der Nahostkonflikt. Geschichte und aktuelle Situation, 2006
Sehr richtig wird eingangs hervorgehoben, dass der Nahostkonflikt in einer Dialektik der gegenseitigen Beziehungen steht und nicht einseitig einer Eroberungs- und UnterdrĂŒckungslog folgte: “Die Geschichte des Nahostkonfliktes ist gekennzeichnet vom steten Wechsel zwischen hoffnungsvoll stimmenden politischen Verhandlungen, Vereinbarungen sowie Abkommen und eskalieren den blutigen Auseinandersetzungen und militĂ€rischen KĂ€mpfen. AnsĂ€tze zu VerstĂ€ndigung und Aussöhnung werden konterkariert durch Hass, Gewalt und Gegengewalt auf beiden Seiten.”
Die Konkretisierung anhand historischer Fakten lĂ€sst an einigen Stellen aber erheblich zu wĂŒnschen ĂŒbrig. So wird dem Leser nicht klar, wie die Einwanderung in der britischen Mandatszeit auf 30% der Gesamtbevölkerung denn konkret vor sich ging (S. 6), angesichts dessen, dass die reinen Zahlen automatisch eine VerdrĂ€ngung der arabischen Bevölkerung suggerieren.
Weitaus gravierender ist jedoch die Darstellung des Ursachen und Folgen des Sechstagekrieges: “PrĂ€sident Abdel Nasser ließ seine Armee in den demilitarisierten Sinai einrĂŒcken und blockierte Israels einzigen Meereszugang in Richtung Afrika und Asien. Daraufhin eroberte Israel innerhalb kĂŒrzester Zeit den Sinai [...]” (S. 7). Vollkommen unerwĂ€hnt bleibt, dass Ägyptens PrĂ€sident, mit Syrien und Jordanien verbĂŒndet, wiederholt Israel die Vernichtung androhte und der militĂ€rische Aufmarsch an der Grenze auch als Kriegsvorbereitung gesehen werden musste. Zur Lage nach dem israelischen Sieg heißt es dann nur: “Israel war nicht bereit, den Resolutionen des VN-Sicherheitsrats nachzukommen und die besetzten Gebiete wieder zu rĂ€umen, was auch dazu beitrug, dass die Terroraktionen der PalĂ€stinenser sich ausweiteten” (ebd.). Vollkommen unterschlagen wird hier, dass die UN-Resolution 242 nicht nur den RĂŒckzug Israels, sondern auch dessen Anerkennung durch die arabischen Staaten beinhaltete (Land gegen Frieden )  und die Arabische Liga mit ihren “drei Neins” in der Resolution von Khartum am 1.9.1967: “keinen Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels und keine Verhandlungen mit Israel” darauf antwortete. Die NichterfĂŒllung der 242 wird aber einseitig Israel zur Last gelegt, ebenso fĂŒr die Lage nach dem Jom-Kippur-Krieg 1973, der fĂŒr die arabische Seite  das Ergebnis von 1967 umkehren sollte und das Ende Israels gebracht hĂ€tte . Der palĂ€stinensische Widerstand wird alleine Israel und seinen nicht erfolgten RĂŒckzug aus den besetzten Gebieten zur Last gelegt. Dass das Ziel der PLO bis 1988 und letztlich bis 1993 die “Befreiung ganz PalĂ€stinas” nach ihrer Charta verfolgte und sich somit auch ihrerseits der Logik Land gegen Frieden verweigerte, wird nicht deutlich gemacht.
Umgekehrt werden dagegen die spĂ€teren Abkommen zwischen Israel und den arabischen Nachbarstaaten Ägypten und Jordanien sowie mit der palĂ€stinensischen FĂŒhrung (PLO) ausfĂŒhrlich dargestellt und nicht ihrem Scheitern, zumindest teilweise, und einem “ewigen Konflikt” untergeordnet - allerdings war dies der Stand der Dinge 2006.

Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung / Landeszentralen:

>BpB Lernen / Angebote: Überfall der Hamas als Thema im Unterricht
Ausgehend von der AktualitÀt verlinkt die Seite auf umfangreiche weitere Themenseiten und Dossiers.
Dossiers im Einzelnen:
>BpB Geschichte / Internationales: israel
>BpB Geschichte des Nahostkonflikts.
Dossier mit mehreren BeitrĂ€gen zu Geschichte und Politik seit der StaatsgrĂŒndung Israels; dabei außerdem:
>Antisemitismus als Gegenstand des Schulunterrichts, von Juliane Wetzel, 24.11.2006
>BpB Kriege und Konflikte / Nahost, von Margret Johannsen, 2.11.2021
V.a. zur Besatzungspolitik und dem Konflikt mit Gaza seit 2007, nur knapp historische Vorgeschichte
>BpB Islamismus / Hamas und PalÀstinensischer Ismalischer Jihad, von Peter Philipp, 17.7.2011

Informationen zur politischen Bildung:
>Nr. 336, 1/2018: Israel
>Nr. 331
, 3-4/2016: Naher Osten

Info Aktuell
>27/2015 Deutsch-israelische Beziehungen

>APuZ Aus Politik und Zeitgeschichte 18-19/2023, 2. Mai 2023: Israel
>APuZ
6/2016: Israel und Deutschland; vgl. auch die frĂŒheren
>APuZ  10. Mai 2004: Nahost
>APuZ
4. April 2005: Deutschland und Israel

>LpB Landeszentrale fĂŒr politische Bildung Baden-WĂŒrttemberg: Der Nahostkonflikt
Dossier mit Texten zur Geschichte und AktualtitĂ€t und einem aktuellen tĂ€glichen Verlauf der Meldungen zu den aktuellen Ereignissen ab 9.10.2023. Es gibt außerdem einen Zeitstrahl zum Nahostkonflikt in großen Etappen und detaillierter fĂŒr die jĂŒngere Zeit.

Der historisch-analytische Teil ist sehr dĂŒrftig (“Konfliktursachen”, “Konfliktdimensionen”...) und pĂ€dagogisch unzureichend. Der historische ist dem aktuell politischen Aspekt untergeordnet und wird von ihm abgeleitet. Aussagen wie “Von den Konfliktparteien wird Anspruch auf dasselbe Territorium erhoben, , nĂ€mlich das Gebiet des ehemaligen britischen Mandatsgebiets PalĂ€stinas [...]” ĂŒbergeht, dass Israel 1947 den UN-Teilungsplan anerkannt und nach dem UnabhĂ€ngigkeitskrieg 1949 keinen Anspruch auf weitere Gebiete erhoben hatte, sowie dass in der Vergangenheit schon lĂ€ngst Kompromisse fĂŒr eine Teilung gefunden wurden (Osloer Abkommen 1993). Der Extremismus verhinderte dessen vollstĂ€ndige Umsetzung und die weitere Radikalisierung auf beiden Seiten ist eine Folge davon.

>LpB Landeszentrale politische Bildung Rheinland-Pfalz: Literaturauswahl zum Thema “Nahost-Konflikt”, Stand 20.7.2021

                    *

Andere Webseiten:

>Terra X: Zehn Fakten zur Geschichte des Nahostkonflikts, Video (26’), 20.10.2023
Die Doku schließt die aktuelle Lage seit dem 7.10. mit ein.

Mit den historischen Fakten ist es jedoch nicht so einfach - problematisch ist die frĂŒhe Geschichte:
‘1. Die Entstehung des Zionismus durch Herzl wird in die Epoche der Gleichberechtigung der Juden eingeordnet; dass es eine Reaktion auf den Antisemitismus in Europa war und dass die meisten der ersten Einwanderer aus Russland vor den Pogromen nach PalĂ€stina lohen, bleibt unerwĂ€hnt; dadurch erscheint Zionismus als rein voluntaristisch--nationalistische Aktion. - 2. Im britischen Mandatsgebiet PalĂ€stina soll nach der Abgrenzung von Jordanien
“nach dem Willen des Völkerbunds eine nationale Heimstatt der Juden entstehen, ohne dass Rechte der nichtjĂŒdischen Bevölkerung beeintrĂ€chtigt werden” (03:00-), doch auf der Karte wird PalĂ€stina in gelber Farbe dargestellt, als ob dieses ganze Terrorium fĂŒr die nationale Heimstatt vorgesehen gewesen wĂ€re, das war jedoch ĂŒberhaupt nicht der Fall.  - 3. Nach “gewaltsamen Übergriffen” der arabischen Bevölkerung auf jĂŒdische Siedlungen begrenzen die Briten drastisch die jĂŒdische Einwanderung Ende der 30er Jahre. “Doch die jĂŒdischen Siedler organisieren sich mittlerweile in bewaffneten Milizen und attackieren sowohl arabische PalĂ€stinenser, als auch die britische Ordnungsmacht.” (3:38-); diese “Attacken” wurden von radikalen jĂŒdischen Splittergruppen ausgeĂŒbt, die Mehrheit versuchte weiterhin, sich mit den Briten zu arrangieren und die jĂŒdische Selbstverteidigung wurde von der Mandatsmacht sogar de facto anerkannt. Dabei wird ein Bild von einem umgestĂŒrzten Zug gezeigt (3:49), offenbar Resultat einer Sabotageaktion auf die Eisenbahn, die jedoch mit Sicherheit aus dem “Arabischen Aufstand” 1936-39 stammt, der im Video ĂŒberhaupt nicht erwĂ€hnt wird, obwohl er den Kampf gegen die Briten in großem Stil gefĂŒhrt hat.
Sehr richtig dagegen wird herausgestellt - und das ist nicht oft der Fall -, dass nach dem UnabhĂ€ngigkeitskrieg und der Flucht/Vertreibung von ca. 700.000 Arabern aus dem nun israelischen Gebiet ebenfalls die jĂŒdische Bevölkerung aus den arabischen Staaten in derselben GrĂ¶ĂŸenordnung vor Pogromen fliehen musste (7:44). Die jĂŒngere Geschichte ist soweit auch ganz gut dargestellt.

>EGO EuropĂ€ische Geschichte Online: Die Entwicklung des Zionismus bis zur StaatsgrĂŒndung Israels, von Martin Kloke, 2010

Wird ergÀnzt..

*

Angebote fĂŒr Schule/Unterricht (Videos, Materialien)Schule_Westbank

>Deutscher Bildungsserver: Unterrichtsmaterialien zur Geschichte des Nahostkonflikts
Wie andernorts auch weitgehend “konflikt-” bzw. “friedenspĂ€dagogische” Handreichungen, d.h. “zum Umgang” mit dem Thema, wenig zum historischen Hintergrund, u.a. Verweis auf Planet Schule (siehe unten)

>Wissen 2 go: Der Nahostkonflikt einfach erklÀrt
Die faktenmĂ€ĂŸig falsche und suggestiv verfĂ€lschende Darstellung des Nahostkonflikts ist ein Paradebeispiel fĂŒr die Mischung aus mangelndem Wissen und mangelndem Willen zum adĂ€quaten Verstehen.
UrsprĂŒnge: Der RĂŒckblick auf das biblische Israel zeigt dieses nicht nur ahistorisch in den Grenzen  der heutigen Landkarte des Nahen Ostens, sondern auch in den Grenzen des Mandatsgebietes zwischen den
 Weltkriegen (1:41). Der Beginn der Diaspora wird auf die babylonishe

Von SchĂŒler:innen gemaltes Bild an einer Schulhofwand in  einer palĂ€stinensischen Schule unweit der Ostgrenze von Jerusalem. Foto (c) W. Geiger, 2011.

Eroberung im 6. Jh. zurĂŒckgefĂŒhrt (1:56-), die
“Juden wurden von da an  ĂŒber die ganze Welt verstreut, hatten keinen eigenen Staat mehr.” Der MakkabĂ€erstaat in der Antike mit der Wiedereinweihung des Tempels
 (Chanukka-Fest) und dessen Zerstörung im Aufstand gegen die römische Herrschaft 70 n. Chr., also die zentralen historischen Ankerpunkte fĂŒr die jĂŒdische Geschichte vor der großen Diaspora, werden nicht erwĂ€hnt.
Zionismus: Mirko Drotschmann erwĂ€hnt dann die Zeit der Verfolgungen im Mittelalter und kommt auf den Zionismus zu sprechen, denn “Ende des 19. Jh.s haben einige einflussreiche Juden auf der ganzen Welt aber beschlossen: Damit muss Schluss sein.”
(2:20-). “Einflussreiche Juden auf der ganzen Welt” evoziert aber nun zwangslĂ€ufig, das “Weltjudentum” fast schon im Sinne der “Protokolle der Weisen von Zion” als “Strippenzieher” des Geschehens. UnabhĂ€ngig von diesen Assoziationen stimmt es stimmt aber einfach nicht mit den Fakten: Theodor Herzl war kein “einflussreicher Jude”, ganz im Gegenteil, und die Zionistische Weltorganisation grĂŒndete sich 1897 im Casinoclub in Basel, weil der Verband der Rabbiner und die israelitische Kultusgemeinde MĂŒnchens die Tagung dort verhinderten. Die Zionisten standen lange Zeit in Opposition zur großen Mehrheit der jĂŒdischen Gemeinden in der westlichen Welt, von “einflussreichen Juden” konnte bis zum 1. Weltkrieg keine Rede sein. Genauso falsch geht es weiter:
“Aus zionistischer Sicht ganz logisch war es deshalb, dass sich ab Ende des 19. Jh.s viele Juden aus der ganzen Welt auf den Weg machten, dieses Gebiet zu besiedeln.” (2:47-) Auch hier wieder: “aus der ganzen Welt” ist vollkommen irrig, nicht einmal aus Westeuropa kam zu diesem Zeitpunkt eine nennenswerte Einwanderung, sondern zahlenmĂ€ĂŸig vor allem aus Russland von Juden auf der Flucht vor den Pogromen.
GrĂŒndung Israels, Kriege un die Folgen: Teilung PalĂ€stinas und GrĂŒndung Israels 1947/48: “Die umliegenden LĂ€nder wollten diesen neuen Staat Israel allerdings nicht ohne Weiteres akzeptieren, es kam zu einem Krieg.” (5:00-). Diese euphemistische Formulierung suggeriert, unter bestimmten Bedingungen hĂ€tten sie ihn akzeptiert, stattdessen haben sie ihn aber grundsĂ€tzlich abgelehnt und den Krieg eröffnet. “Es kam zu einem Krieg” suggeriert, es sei wie ein unausweichliches Naturgeschehen passiert. Hier geht es nicht um Interpretationen, sondern um Fakten, egal, wie man diese bewertet.
Nach der VergrĂ¶ĂŸerung des Staatsgebiets Israels 1949 ging dies so weiter:
“Und nicht nur das, nach dem sog. Sechstagekrieg 1967 vergrĂ¶ĂŸerte sich das Staatsgebiet Israels de facto noch einmal mit Siedlungen, die ĂŒber die sog. GrĂŒne Line hinausgehen. Rund 130 israelische Siedlungen gbt es heute in palĂ€stinensischen Gebieten [...].” (5:18-). Vollkommen falsch wird der Siedlungsbau als direkte Folge des Sechstagekrieges dargestellt; warum es zu diesem kam, wird nicht erklĂ€rt, vielmehr erscheint er in diesem Zusammenhang als gezielter Eroberungskrieg mit dem langfristigen Ziel der Vertreibung der PalĂ€stinenser:  “FĂŒr die Israelis sind die PalĂ€stinenser in erster Linie nur Geduldete und dementsprechend kommt es immer wieder zu Konflikten, zu KĂ€mpfen mit den PalĂ€stinensern.” (5:49)
Landraub: WĂ€hrend der erste Teil vermeintlich aus jĂŒdischer oder israelischer Perspektive erzĂ€hlt wurde, wird im zweiten Teil die palĂ€stinensische Perspektive eingenommen.
”Dann kommen eines Tages Fremde, nehmen euch euer Land weg und vertreiben euch von dort, ihr dĂŒrft nie wieder dorthin zurĂŒckkehren. So haben sich einige PalĂ€stinenser gefĂŒhlt nach dem Teilungsbeschluss 1947 [...]” (6:19-). Hier wird “Land” im Sinne von Grundbesitz und “Land” als politisches Territorium gezielt vermischt, der vermeintliche Landraub durch die Einwanderer (der kein Raub war sondern Landkauf von den Grundbesitzern auf legaler Basis ) und die politische Frage der Teilung zur GrĂŒndung zweier Staaten, eines jĂŒdischen und eines arabischen. Aus dem Teilungsbeschluss der UNO erfolgte noch keine Vertreibung, sondern aus dem Krieg und schon dem zuvor ausgebrochenen BĂŒrgerkrieg, der nicht einseitig von den Israelis ausging. Doch all dies wird nicht erwĂ€hnt. “Die PalĂ€stinenser” sind ĂŒberhaupt keine Akteure, sondern nur Opfer des Geschehens. “Dass die PalĂ€stinenser damals rund 90% des Gebietes besaßen, um das es ging, das hat damals kaum jemanden interessiert.” 6:44). Dies vermischt erneut Grundbesitz und Territorialfrage, indem das Staatseigentum wĂ€hrend der Mandatszeit (knapp 50%), das in keinem Privatbesitz war, quasi zum kollektiven Grundbesitz erklĂ€rt wird, eine gĂ€ngige Desinformation.
Man muss den Teilungsbeschluss der UNO nicht fĂŒr gut halten, man muss aber die Fakten respektieren und die Dinge, die auf verschiedenen Ebenen liegen, jeweils auf ihrer Ebene darstellen und analysieren.

>Planet Schule: Nahost / Hintergrund (14:44).
Über weite Strecken einseitig und unqualifiziert ist hierzu auch Planet Schule, die Standardreferenz mit Videos aus dem Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen und ergĂ€nzenden Online-Infos. Denn der “Hintergrund” bezieht sich im Textteil ausschließlich auf den “palĂ€stinensischen Widerstand”  - wogegen, warum und wie es dazu gekommen ist, fehlt. Das dazugehörige Video setzt mit dem Gaza-Konflikt 2014 ein und blickt zurĂŒck auf die Entstehung des Zionismus: PalĂ€stina. Hier tobt der Konflikt seit bald einhundert Jahren.” (0:59). Entstehungsgrund und Zielsetzung  und Zielsetzung des Zionismus werden richtig dargestellt, die KĂŒrze des Videos vermittelt aber keine Vorstellung fĂŒr die reale Entwicklung vor Ort, wie die Einwanderung konkret erfolgte: “Die PalĂ€stinenser sehen sich im eigenen Land mehr und mehr verdrĂ€ngt.” (2:57). Dies  ist eine richtige Aussage, lĂ€sst aber offen, was VerdrĂ€ngung konkret bedeuten konnte und suggeriert daher eine Art von Landraub.
Von 1948 an folgt ein Krieg auf den anderen, was eine Logik der Expansion und Besatzung Israels nahelegt, denn obwohl der Angriff der arabischen Staaten am Tag nach der GrĂŒndung Israels richtig betont wird, geht Israel als Sieger hervor und “
verdoppelt sein Territorium in diesem Krieg” (5:21), was eine falsche Angabe  ist, aber auch andernorts hĂ€ufig auftaucht (so auch in Terra X) und den Eroberungsaspekt unterstreicht. TatsĂ€chlich betrug der territoriale Zugewinn etwas weniger als 50% und betraf nicht nur arabisch besiedeltes Gebiet, sondern auch auch das jĂŒdische besiedelte West-Jerusalem mit einer Landverbindung dorthin.
Wie andernorts auch wird ferner behauptet
“Die FlĂŒchtlinge und ihre Nachkommen leben zum großen Teil noch immer in provisorischen Lagern, in großer Armut.” Was hinsichtlich der “provistorischen Lager” (ZeltstĂ€dte...) nicht stimmt.
Die Ursachen des Sechstagekrieges werden in der Formulierung verschleiert:
“In einem Klima von Feindschaft und Angst bricht im Juni 1967 erneut ein Krieg aus - zwischen Israel und den arabischen Staaten Jordanien, Syrien und Ägypten.” (5:58). “Die israelische Armee siegt mit UnterstĂŒtzung der USA” evoziert das klischeehafte “imperialistische BĂŒndnis” zwischen USA und Israel, die UnterstĂŒtzung der Sowjetunion fĂŒr Ägypten und Syrien im Kontext des Ost-West-Konflikts bleibt unerwĂ€hnt.
Die Eroberungen durch den Sechstagekrieg reihen sich in eine kontinuierliche Expansion ein, so ist vom Angebot “Land gegen Frieden” nach 1967 nicht die Rede.
Der Osloer Vertrag mit der PLO 1993 wird zur AbsichtserklÀrung heruntergespielt. Das Attentat auf MinisterprÀsident Rabin 1995
“markiert das Ende des Friedensprozesses”, die WiderstĂ€nde auf palĂ€stinensischer Seite bleiben unerwĂ€hnt bis zur Spaltung zwischen PLO und Hamas. Der eigenstĂ€ndige RĂŒckzug der Israelis aus dem Gaza-Streifen wird auch nicht benannt.
Immerhin wird verdienstvoller Weise betont, dass 40% des Westjordanlandes unter palÀstinensischer Autonomie sind, was verdeutlicht, dass das Osloer Abkommen doch einen Teilerfolg gebracht hat.

>Praxis Geschichte 4/2023 (Juli): Nahostkonflikt - UrsprĂŒnge und Narrative. Druck- oder Digitalausgabe (19.-)

>Geschichte betrifft uns 4/2013: Martin Grosch: Israel und der Nahe Osten. Geschichte eines permanenten Krisenherds

>Geschichte lernen Nr. 83 / Aug. 2001: Israel-PalÀstina

>Wochenschau Verlag: Stefan Endres: Der Nahostkonflikt in der Neuzeit. Reihe “Geschichtsunterricht praktisch” Quellensammlung, 2020. Digital- und Printversion.

Wird fortgesetzt...

 

[Home] [Aktuelles] [Themen] [Geld] [Antisemitismus] [Naher Osten] [Historikertag 2006] [Jacobson-Schule] [Epochen Materialien] [Stichworte-1] [1. Phase der AG] [Links und Infos] [Biblio / Rezensionen] [Impressum]